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Chaos auf der «Blumeninsel»

Auf der Ferieninsel Madeira sind bei schweren Unwettern mit Überschwemmungen mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 100 weitere verletzt worden. Hunderte Bewohner mussten ihre Häuser verlassen.

Am Wochenende kam es auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira zu sintflutartigen Wolkenbrüchen, die Flüsse über die Ufer treten liessen und Strassen zu Sturzbächen machten. Die Wassermassen rissen Bäume und Brücken fort und hinterliessen Morast und Müll. Im niedriger gelegenen Teil der Inselhauptstadt Funchal mussten Rettungskräfte wegen Einsturzgefahr mehrere Häuser evakuieren. Hunderte Menschen müssen umquartiert werden, wie Vize-Regionalgouverneur João Cunha mitteilte. Die Rettungsarbeiten wurden von Sturmböen mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern erschwert. Madeira liegt rund 900 Kilometer vom portugiesischen Festland entfernt. Auf weiten Teilen der «Blumeninsel» mit ihren rund 250 000 Einwohnern fielen Strom und Telefonverbindungen aus. Betroffen waren vor allem die Region um die Hauptstadt und der südliche Teil des Eilands. Im gebirgigen Inneren der Ferieninsel waren einige Orte von der Aussenwelt abgeschnitten. Der internationale Flughafen wurde bis auf weiteres geschlossen. Suche nach Vermissten Die Rettungskräfte befürchteten, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigt. «Wir suchen weiter nach Vermissten», sagte Behördenvertreter Francisco Ramos gestern vor Journalisten. Die Helfer erwarteten dringend die von der Zentralregierung in Lissabon angekündigte Unterstützung für die Rettungseinsätze, sagte er. Es herrschten «chaotische Zustände», berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Aus Lissabon wurden am späten Samstagabend eine Fregatte der Marine und ein Ärzteteam nach Madeira entsandt. Gestern brachen weitere Rettungskräfte der Gendarmerie und der Feuerwehr vom Festland auf. Die Behörden riefen die Inselbewohner dazu auf, in ihren Häusern zu bleiben. Hilfe von der EU? Der madeirische Regionalpräsident Alberto João Jardim kündigte an, Hilfe von der EU in Brüssel zu beantragen. Er habe bereits mit dem portugiesischen EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso über die dramatische Lage gesprochen, sagte Regionalpräsident Jardim. Portugals Ministerpräsident José Sócrates wollte zusammen mit Innenminister Rui Pereira gestern Abend auf der Insel eintreffen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.sda>

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