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«Damit ist es jetzt vorbei»

Thuns Goalie David Da Costa hat gegen YB stark gehalten. Er war froh, war es diesmal sein Team, das ein spätes Tor erzielte.

Nick Proschwitz und David Da Costa sind Kumpel. Zur selben Zeit stiessen sie diesen Sommer zum FC Thun. Sie mochten sich gleich. Erst wohnten sie gar zusammen, ehe Proschwitz eine eigene Wohnung bezog. Gegen YB schienen sich beide lange vergebens abzumühen. Proschwitz, als Angreifer Thuns vorderster Mann, lief sich stets frei und ging entsprechend weite Wege. Derweil zeigte Da Costa, als Keeper von Proschwitz meist sehr weit entfernt, tolle Paraden, unmittelbar vor dem 2:1-Führungstreffer der Stadtberner etwa. Da der Aufwand beider lange nicht belohnt wurde, schien zumindest Da Costa, der Extrovertierte, kurz vor Schluss am Verzweifeln zu sein. In der 88. Minute aber glich Proschwitz für Thun aus, nachdem ihm Trainer Murat Yakin Giuseppe Morello zur Seite gestellt hatte. Der 23-Jährige traf nach einem Wirrwarr im YB-Strafraum. «Vor so vielen Leuten einen solch wichtigen Treffer zu erzielen, ist schön», sagte der mittlerweile fünffache Saisontorschütze. Die Thuner traten in Bern vor einer für sie ungewohnt grossen Kulisse auf. Zuvor hatten die Oberländer nie vor mehr als 11000 Zuschauern gespielt. Gestern schauten ihnen 23646 Leute zu. Für Da Costa war es schlicht «fantastisch», vor einer solchen Menge zu spielen. Es habe ihm auch nichts ausgemacht, in Hälfte zwei sein Tor gleich vor dem harten Kern der Berner Fans hüten zu müssen. «Daran muss man sich zwar erst gewöhnen; dann gehts aber.» Kulisse als möglicher Faktor Der 24-Jährige war nach der Partie guter Laune. Das sei mal ein Unentschieden, mit dem Thun leben könne, sagte er. Auf einen Oberländer Punktgewinn hatte in der ersten Hälfte nicht viel hingedeutet. Yakins Auswahl war da passiv gewesen und kam erst nach 20 Minuten stärker auf. «Ich weiss nicht, was los war», sagte Da Costa. «Unsere schlechte Leistung zu Beginn kann ich mir nicht erklären.» Möglicherweise seien sie doch ein wenig eingeschüchtert gewesen ob des grossen Stadions. Keinen Einfluss gehabt hat laut Da Costa die kurze Vorbereitung. Am Donnerstagabend erst hatte Thun in Bellinzona gespielt. «So ist es im Fussball halt. Manchmal hast du mehr Zeit, dich auf das Spiel einzustellen, manchmal eben der Gegner», sagte Da Costa, neben Dennis Hediger einziger Thuner, der in der Meisterschaft noch keine Minute verpasst hat. YB war das erste Team, auf das Thun in dieser Saison zum zweiten Mal traf. In den ersten neun Runden waren die Thuner häufig jene Mannschaft gewesen, die kurz vor Schluss noch einen Punktverlust hatte hinnehmen müssen. «Damit ist es jetzt vorbei», sagte Da Costa und lachte. Währenddessen sagte Proschwitz, er wolle demnächst endlich zum Siegen zurückfinden. Die Thuner bleiben mit dem 2:2 in Bern notorische 1-Punkte-Sammler. Mit lauter Unentschieden steigt man zwar nicht ab, zeigt ein Blick auf vergangene Saisons. Doch mit dem Ligaerhalt gäben sich die Thuner ja nicht zufrieden. Adrian Horn>

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