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Dana Stollers Begegnung mit Kalle Palander

ski alpinDana Stoller aus Frutigen gilt als eine der ganz grossen Nachwuchshoffnungen im alpinen Skirennsport. Allerdings stand die Karriere der 15-Jährigen im letzten Jahr auf der Kippe.

Frühjahr 2010: Die Motivation war weg; der Spass und die Freude am Skifahren hatte Dana Stoller fast gänzlich verloren. Die 15-Jährige war, trotz vielen guten Resultaten, moralisch auf dem Tiefpunkt angelangt. «Ich hatte mich ernsthaft mit dem Gedanken befasst, mit dem Skirennsport aufzuhören», sagt sie heute. Die Chemie zwischen ihr und ihrem Trainer stimmte seit längerem nicht mehr. Ihre Eltern, die viel Zeit in den Skirennsport von Dana investiert hatten, aber auch die ältere Schwester Nina (früher selbst eine erfolgreiche BOSV-Fahrerin) litten mit. Vater Toni bemühte sich um eine vernünftige Lösung, und er fand sie: Mit der Gründung des Regionalen Leistungszentrums Frutigen (RLZ) übernahm mit Reto Daepp ein ehemaliger JO- und Regionentrainer von Dana das Cheftraineramt, der ihre Stärken und Schwächen kannte wie kein anderer. Nach dem Entscheid von Dana, nicht mehr im BOSV-Kader mitzumachen, bot er ihr an, wieder bei ihm im RLZ zu trainieren. Seither sind die Motivation und der Spass bei der Sekundarschülerin wieder da und die Welt bei Stollers wieder in Ordnung. «Es war der beste Entscheid, den wir zum Wohle unseres Kindes gefällt haben», äussert sich Vater Toni zur jetzigen Situation. Reto Daepp zeigt sich äusserst zufrieden mit den Leistungen seiner Athletin, die viel Ruhe ausstrahlt. Lobenswert seien ihr Trainingsfleiss und ihre Zielstrebigkeit. «Sie versucht immer, aus Fehlern zu lernen und diese auszumerzen», so Daepp. Den schnellen Schwung beherrsche sie ausgezeichnet. Potenzial sieht der Trainer bei ihr noch im technischen Bereich. Fussball oder Skifahren? Dana Stoller ist nicht nur eine talentierte Skifahrerin, sondern gleichzeitig eine sehr gute Fussballspielerin. Dies bestätigt Urs Kallen, der beim FC Frutigen die B-Juniorinnen trainiert, bei welchen Dana mitspielt. «Leider bleibt nicht immer Zeit für mein grosses Hobby, weil sich die Trainings und die Skirennen oft mit den Fussballspielen überschneiden», sagt die Sportlerin. Und Urs Kallen ergänzt: «Sie ist eine talentierte Teamspielerin, mit guter Technik, aber auch eine gefährliche Torschützin.» Trotz ihrer Begeisterung für den Fussball – ihr Lieblingsverein ist nicht etwa YB oder Thun, sondern der FC Zürich – hat sie sich für den Skirennsport entschieden. Das spezielle Erlebnis Das Skigebiet Tschenten und insbesondere das Chuenisbärgli gehören zu den bevorzugten Trainingsorten von Dana. An diesem Berg erlebte die 15-Jährige letzte Woche eine unerwartete Begegnung. Beim FIS-Frauenslalom durfte sie als Vorfahrerin starten, genauso wie der Finne Kalle Palander, der für Dana eines der grössten Vorbilder ist. «Auf dem Weg an den Start durfte ich mit ihm auf dem Skilift sogar einige Worte wechseln», sagt sie. Und am Schluss gab es auch noch ein Erinnerungsfoto, auf welches Dana mächtig stolz ist. Ebenfalls stolz sein kann sie auf den Saisonstart beim JO-LEKI-Cup. Bei den Punkterennen 1 und 2 resultierten auf dem Männlichen die identischen Rangierungen. Im ersten Slalomrennen deklassierte sie die Konkurrenz um 2,5 Sekunden und mehr; im zweiten musste sie sich nur der stark fahrenden Lia Näpflin geschlagen geben. «Meine Lieblingsdisziplin bleibt aber der Super-G. Ich liebe die Geschwindigkeit», sagt Dana. Aber auch in den technischen Disziplinen stellt sie ihr grosses Talent immer wieder unter Beweis. So am vergangenen Sonntag bei den beiden Riesenslaloms im Saanenland am Wasserngrat. Beide Rennen entschied die Frutigerin souverän für sich. Nun eine Sportlerlehre? Grosse sportliche Ziele setzt sich die 15-Jährige (noch) nicht. «Ich nehme Rennen für Rennen, dann sehen wir Ende Saison, wie es mit meiner Karriere weitergeht», sagt Dana. Anders sieht es mit der beruflichen Zukunft aus, welche konkrete Formen angenommen hat. Nach dem Schulaustritt im Sommer darf sie bei der Raiffeisenbank Frutigland in Frutigen eine kaufmännische Lehre beginnen. Diese Bank will Dana auch auf ihrem sportlichen Weg unterstützen und gibt ihr die Möglichkeit zur Absolvierung einer Sportlerlehre, sofern sie sich nach den Selektionen für die Weiterführung der Skikarriere entscheidet. Kurz vor den Weltcuprennen in Adelboden hat Raiffeisen als äusserst sportfreundliches Bankinstitut bekanntlich den Sponsoringvertrag mit Swiss-Ski verlängert. Auf einen solchen wartet das Skitalent aus Frutigen bisher vergebens. Es sind die Eltern, welche grösstenteils für die Kosten von Dana aufkommen müssen.Peter Voegeli>

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