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Das Jubiläum bringt Licht ins Dorf

bätterkindenIm Haus mit der blauen «17» wohnt der Mitorganisator: Am Wochenende hat Jürg Eberhart zum ersten Mal sein Adventsfenster beleuchtet. Und bei dieser Gelegenheit gleich die Türe für alle geöffnet.

Früher gab es die Adventsfenster im Zälgli. Immer, wenn es auf die Weihnacht zuging, verwandelten sich die Häuser im Quartier nahe des Bahnhofs Bätterkinden in einen veritablen Adventskalender. Jeden Tag erstrahlte ein neues Fenster in vorweihnächtlichem Glanz – doch irgendwann nach vielleicht zehn Jahren, so erzählt es Jürg Eberhart, schlummerte die Tradition ein. Nun wohnt Jürg Eberhart gar nicht im Zälgliquartier, sondern im Ortsteil Kräiligen. Trotzdem hat er dieses Jahr – ganz im Sinn des Brauchs von früher – zusammen mit Ehefrau Laura ein Fenster in seinem Haus festlich geschmückt. So, wie vor ihm viele andere Leute auch, denn im Rahmen des 750-Jahr-Jubiläums, zu dessen Organisatoren Jürg Eberhart gehört, haben Gemeinde und Kirchgemeinde die Tradition aus dem Zälgli aufgegriffen und für den Dezember in ganz Bätterkinden Adventsfenster organisiert. Reges Kommen und Gehen Je drei Kerzen aus Pergaminpapier leuchten bei Jürg und Laura Eberhart durch zwei Scheiben in die Nacht hinaus, darüber strahlt hell auf der einen Seite der gelbe Weihnachtsstern und auf der anderen leicht gedämpft die blaue «17» – und weil an diesem Abend der 17.Dezember ist, herrscht rundherum ein reges Kommen und Gehen. Immer, wenn das Adventsfenster zum ersten Mal leuchtet, pflegen die Bewohner nämlich die Türen zu öffnen. So treffen sich Nachbarn, Bekannte und vielleicht sogar Leute, die sich erst richtig kennen lernen wollen, in der Stube zum gemütlichen Zusammensein. Knapp zwanzig sind es bei Jürg und Laura Eberhart, sie sitzen an zwei langen Tischen bei selbst gebackenen Weihnachtsgüezi und Glühmost. Auch ihm seien nicht alle Gesichter gleich vertraut, erklärt der Hausherr. Eine Frau unter den Gästen zum Beispiel habe er selber erst in den vergangenen Tagen bei einem anderen Adventsfenster richtig wahrgenommen. Aber genauso solle es ja auch sein: «Wir haben uns im Organisationskomitee überlegt, wie wir gegen Ende Jahr nochmals eine Gelegenheit zur Begegnung schaffen können.» Das Echo war übrigens grösser als erwartet, wie Jürg Eberhart zufrieden feststellt. Statt der benötigten 24 erklärten sich gleich 35 Familien zum Mitmachen bereit. Daher gehen nun an ein paar Abenden gleich zwei verschiedene Adventsfenster neu an, sind an ein paar Abenden gleich bei zwei verschiedenen Häusern die Türen offen. Und sogar an Heiligabend, wenn die meisten lieber im trauten Kreise feiern, wird eine Familie in dieser Art Gäste empfangen. Rundgang durchs Dorf Die Adventsfenster bleiben dann noch bis an Silvester angeknipst. Jürg Eberhart und seine Leute hoffen, so den einen oder andern für einen abendlichen Rundgang von Fenster zu Fenster begeistern zu können, denn auch das ist ein Ziel: «Wir wollten», blickt er auf die Arbeit im Komitee für die 750-Jahr-Feier zurück, «in dieser dunklen Zeit etwas Licht in unser Dorf bringen.» Für die Gemeinde seien die diesjährigen Adventsfenster «etwas Einmaliges», sagt Jürg Eberhart zum Schluss. Ob die Aktion zum Beispiel von der Kirche weitergeführt werde, sei im Moment noch offen. Entsprechende Überlegungen gebe es.Stephan Künzi >

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