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Debatte vertagt

Roland Drenkelforth

Auf den ersten Blick kommt schon fast Freude auf: Nach einem überraschenden Gewinn von 3,5 Millionen Franken im letzten Jahr, weist nun auch das Budget 2010 der Stadt Thun einen Überschuss aus. Mit 200000 Franken bei einem Umsatz von 268 Millionen Franken ist der allerdings gering. Nach den trüben Aussichten, die in den letzten Jahren jeweils bei der Budgetpräsentation verbreitet wurden, aber immerhin ein Lichtblick. Blickt man etwas hinter die Fassade, sieht das Ganze schon nicht mehr so toll aus. Der positive Voranschlag kommt nur dank des Verkaufs der Lachenwiese zustande. Für das Gelände, auf dem ab nächstem Jahr ein Vierstern-Hotel erstellt werden soll, fliessen 4,2 Millionen Franken in die Stadtkasse. Ohne diese einmaligen Sondereinnahmen gäbe es also ein Defizit von 4 Millionen Franken. Schon in den letzten Jahren wurden die Stadtfinanzen immer wieder durch Erträge aus Liegenschaftsverkäufen aufgebessert. Da diese Quellen ab 2011 versiegen, drohen für die nächsten Jahre happige Defizite. Es sei denn, Stadtrat und Gemeinderat raufen sich endlich zusammen und suchen ernsthaft nach Sparmassnahmen, die etwas bringen. Diesen schwierigen Prozess hat der Gemeinderat vorerst vertagt und hofft stattdessen auf eine wundersame Erholung der Wirtschaft. So wurde auch das vom Stadtrat überwiesene Postulat, das einen Abbau der Personalkosten um fünf Prozent forderte, nicht ernst genommen. Die Personalausgaben sinken auch nächstes Jahr nicht. Es ist zu befürchten, dass erst nach den Wahlen in einem Jahr über unpopuläre Massnahmen geredet wird – wenn überhaupt. r.drenkelforth@bom.ch>

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