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Dem Volk aufs Maul geschaut

Der Oberburger Mundartschriftsteller Hans Schmidiger hat sein neuestes Buch publiziert. Das rund 100-seitige Werk trägt den Titel «Januja» – ein «Weltswort», wie der Autor einleitend festhält. Man könne mit ihm vieles zum Ausdruck bringen; es komme nur darauf an, wie man es sage und betone. Januja – dieses Wort steht für die Prägnanz des Berndeutschen, aber auch für eine gewisse Mundfaulheit, die dem Emmentaler Schlag eigen ist oder zumindest nachgesagt wird. Ob besonders redefreudig oder nicht: Ein besonderes Völkchen sind sie ja schon, die Leute, die am Lauf von Ilfis und Emme siedeln, währschaft, zuverlässig, geschickt, zuweilen auch etwas eigenbrötlerisch, ja eigensinnig, aber nicht selten auch aufgeschlossen, fast immer liebenswürdig und jederzeit gastfreundlich. Viel vom Wesen der Emmentaler Bevölkerung und den Eigenheiten ihres urchigen Dialekts kommt in den Geschichten, Gedichten und Episoden des aktuellen Buches von Hans Schmidiger zum Ausdruck. Der Autor hat dem Volk genau aufs Maul geschaut und erlag dabei selten bis nie der Versuchung, allzu dick aufzutragen und auf Heimatmuseum zu machen. Seine Erzählweise wirkt bei aller humorvollen Aufgeräumtheit dennoch geradlinig und authentisch. Köstlich ist zum Beispiel die Geschichte von Wagner Ueli, der um Mitternacht allein unterwegs ist und sich von seiner Schreckhaftigkeit zum Narren halten lässt (Im Stygwaud isch ’s nid chouscher). Rund und mit einem kleinen Schuss Lebensphilosophie gewürzt kommt auch «E strube Möntsch» daher, und witzig liest sich «Nöis Bärndütsch» mit den englischen Begriffen, die verberndeutscht schon fast bodenständig wirken. Hans HerrmannHans Schmidiger, Januja, erhältlich beim Autor oder bei der Druckerei Herrmann, Langnau.>

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