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Der FC Thun zittert sich zum Sieg

FussballIm bitterkalten Letzigrundstadion überstand der FC Thun gegen GC einige heikle Situationen und siegte schliesslich 1:0. Mit dem

Kurz nur stand Johann Vogel vor der Fernsehkamera Red und Antwort, dann verschwand er fürs Erste unter die Dusche. Der Mittelfeldspieler der Grasshoppers brauchte einen Moment für sich, bevor er zu weiteren Interviews bereit war. Thun-Stürmer Marco Schneuwly hingegen nahm sich alle Zeit der Welt, um die Fragen zu beantworten, die ihm gestellt wurden. Es waren unterschiedliche Gefühlswelten, welche die beiden an diesem eiskalten Nachmittag im Zürcher Letzigrund durchlebt hatten. Schneuwly wurde mit dem ersten Tor im ersten Spiel für seinen neuen Klub zum Thuner Matchwinner beim knappen 1:0-Erfolg zum Auftakt der Rückrunde. Vogel hingegen zeigte im ersten Auftritt nach zweieinhalbjähriger Wettkampfpause zwar eine stabile Leistung, er musste aber auch mitansehen, wie seine jungen Mitspieler jegliche Effizienz vermissen liessen. «Er ist sehr enttäuscht, deshalb hat er sich zuerst zurückgezogen», sagte GC-Trainer Ciriaco Sforza über Vogel. «Er hat sehr viel gearbeitet und sich dieses Tor verdient», sagte Thun-Trainer Bernard Challandes über Marco Schneuwly. Lustrinellis Beitrag zum Tor Der Angreifer, der erst vor zwei Wochen von den Young Boys zu den Thunern gestossen war, hatte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit eine Freistossvariante kaltblütig zum Siegestreffer genutzt. «Es ist schön, mit einem Sieg zu starten, und ich freue mich natürlich sehr über das Tor», sagte Schneuwly. Der 26-Jährige soll nach dem Rücktritt von Mauro Lustrinelli den Angriff der Oberländer anführen. Lustrinelli, der in der Winterpause beschlossen hatte, seine Karriere zu beenden, verfolgte die Partie gegen GC von der Tribüne aus und freute sich diebisch über Schneuwlys Treffer. Schliesslich war es der Tessiner, jetzt als Assistenztrainer von Challandes tätig, gewesen, der mit der Mannschaft jene Freistossvariante einstudiert hatte, die Thun im Letzigrund den Sieg bringen sollte: Christian Schneuwly, der jüngere der Brüder, passte den Ball zu Andreas Wittwer, dieser brachte mit einem direkten Zuspiel Marco Schneuwly in Abschlussposition. Challandes war sehr zufrieden mit der Entstehung des Treffers. Er hatte für die Rückrunde mehr Tore nach Standardsituationen gefordert. Ihm war aber auch bewusst, dass der siebte Saisonsieg glückhaft zustande gekommen war. Immer wieder stiessen die Grasshoppers in Lücken in der Thuner Abwehr. GC scheiterte aber stets an der Ungenauigkeit im Abschluss oder an Thuns Torhüter David Da Costa. Der Keeper nahm sein letztes halbes Jahr für Thun vor der Rückkehr zum FC Zürich so in Angriff, wie er in der ersten Saisonhälfte gespielt hatte: gedanken- und reflexschnell. Die Thuner kamen vor der Pause ebenfalls zu Möglichkeiten. Nach dem Seitenwechsel beschränkten sie sich dann aber mehrheitlich auf das Verteidigen des Vorsprungs. Sogar Marco Schneuwly zog sich oft in die eigene Halbzeit zurück, um die Kollegen in der Abwehrarbeit zu unterstützen. Dennoch verzog der Zürcher Daniel De Ridder in der 66.Minute nur knapp und Teamkollege Marco Kehl brachte seinen Kopfball zwar an Da Costa, nicht aber an Christian Schneuwly vorbei. Er verhinderte auf der Linie den Ausgleichstreffer. Als «Sieg des Willens und des Glücks» bezeichnete Challandes den Erfolg, den sich sein Team in der Kälte erzittert hatte und der Thun auf Platz vier führte, denn auch. Ein schlechtes Gewissen hatte der 60-Jährige keineswegs. Er erinnerte an das Vorrundenspiel, die Anfang Dezember mit 1:0 an die Grasshoppers gegangen war: «Damals besassen wir mehr Chancen und Spielanteile, trotzdem gewann GC dank einem Sonntagsschuss kurz vor Schluss.»Alexander WäflerDie Noten der Thun-Spieler Seite 18>

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