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Der FC Zürich wehrte sich zäh

FussballDas Spiel von YB gegen den FCZ war geprägt von zwei Platzverweisen gegen das Heimteam. Moreno Costanzo erlöste die Berner mit dem 2:1-Siegtreffer.

Es war ein Weckruf sondergleichen. Kaum drei Minuten waren zwischen YB und dem FC Zürich in der zweiten Halbzeit gespielt, als Schiedsrichter Alexander Harkam zwei Platzverweise aussprach und dem Spiel eine neue Wendung gab. Alexandre Alphonse stieg Alexander Farnerud gesundheitsgefährdend in die Beine, in einer an sich ungefährlichen Zone im Mittelfeld. Der Österreicher Harkam zog sofort Rot, aber dennoch den Unmut der Zürcher auf sich. Xavier Margairaz verlieh diesem äusserst ungeschickt Ausdruck, als er, vor dem Schiedsrichter stehend, sich mehrmals an die Stirn tippte und so ebenfalls vom Platz musste. Das Spiel war neu lanciert, komischerweise aber vorerst mit Anteilen für den FCZ, der mit zwei Mann weniger, dafür mit neuer, dem Trotz entsprungener Energie, angriff. Silvan Aegerter führte einen Freistoss im Mittelfeld schnell und am Rande der Legalität (der Ball rollte noch) aus, seine lange Vorlage erreichte Adrian Nikci, dieser nutzte ein kurzes Zögern Marco Wölflis zum erfolgreichen Lob. Es stand 1:1, «das Psycho-Spiel war lanciert», wie Christoph Spycher später sagen sollte. Nef trifft schon wieder In den ersten 45 Minuten der Begegnung war keine klare Tendenz erkennbar gewesen. YB besass in einem durchschnittlichen Spiel Vorteile. Michael Silberbauer schoss einmal scharf am Tor vorbei (10.), Emmanuel Mayuka versuchte es mit einem Kopfball (19.). In der 35. Minute überragte Alain Nef nach einem Farnerud-Freistoss alle, sah seinen Kopfball aber von Johnny Leoni pariert. Doch Nef verwertete den Abpraller in Stürmermanier. Bereits im Hinspiel gegen den FCZ, das nach 2:1-Führung noch 2:3 verloren ging, hatte Nef zweimal getroffen. «Diesmal kann ich mich noch länger über mein Tor freuen, schliesslich haben wir gewonnen», sagte Nef danach, als alles überstanden war. Auf dem Weg zum Sieg galt es für YB nämlich noch eine Menge heisser Szenen zu überstehen. Nach dem Ausgleichstreffer kurz geschockt, begannen die Gäste allmählich, die grossen Freiräume zu nutzen. «Wir mussten uns darauf zurückbesinnen, dass noch immer alle Trümpfe in unserer Hand sind», sagte Captain Marco Wölfli. Und Zürich spielte genau so, wie man es bei einem Unentschieden mit einem Mann weniger am besten tut: sehr defensiv. Zwei Viererketten stellten sich zeitweise am eigenen Strafraum den Berner Angriffen entgegen. Zu zwingenden Chancen kam YB so trotz viel mehr Ballbesitz lange nicht. Moreno Costanzo schliesslich erlöste Mannschaft und Anhang, nach einer Kombination über Farnerud und Raphael Nuzzolo traf der Einwechselspieler aus 16 Metern. Wölflis Grosstat Kaum einer glaubte noch an ein Tor der Zürcher, als Farnerud den Ball hinten leichtfertig an Nikci verlor, der erneut alleine auf Wölfli loszog. Diesmal reagierte der Goalie hervorragend und hielt mit einer Grosstat Ball und Sieg für YB fest. «In den letzten fünf Minuten haben wir uns noch einmal in Gefahr gebracht», sagte er. Dass sich die zähen Zürcher in doppelter Unterzahl auflehnten, verdient Respekt; die Weise, wie der Nachteil zustandekam, weniger. Die Young Boys muss das nicht kümmern, sie empfangen am nächsten Sonntag den FC Luzern zum Spitzenkampf. Moritz MarthalerTelegramm/Tabelle Seite 22>

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