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Der grosse Regisseur und sein Weg

In Rüdtligen-Alchenflüh heisst der Grubenweg neu Franz-Schnyder-Weg, und in Burgdorf lassen eine Ausstellung und Filme im Sommerkino die Erinnerung an den Regisseur aufleben: Das Franz-Schnyder-Festival ist angelaufen.

Die älteren Leute wüssten sehr wohl noch, wie Franz Schnyder in der alten Chicorée-Halle gedreht habe. Offiziell aber, so referiert Gemeinderatspräsident Kurt Schütz, sei sich Rüdtligen-Alchenflüh seiner filmischen Vergangenheit «als helvetisches Hollywood» kaum je so bewusst gewesen wie jetzt, da der grosse Regisseur aus Burgdorf den 100.Geburtstag feiern würde. Das kleine Gipfeltreffen Und so schreiten Peter Affolter und Hansruedi Habegger, zwei Zeitzeugen aus jener grossen Zeit in den 1950er- und 1960er-Jahren, zur Tat und enthüllen eine Gedenktafel, die das Schaffen des grossen Regisseurs würdigt. Filme wie «Die Käserei in der Vehfreude», «Annebäbi Jowäger» oder «Geld und Geist» seien in Teilen in der zum Studio umgebauten Halle entstanden, steht hier zu lesen – während gleich obenan ein ebenso frisch glänzendes Schild die Zufahrtsstrasse als «Franz-Schnyder-Weg» ausweist. «Wer will schon an einem Grubenweg wohnen?», fragt Schütz in die Runde und kommt so auf das Schicksal zu sprechen, das die Chicorée-Halle mittlerweile ereilt hat: Der stattliche Bau ist verschwunden, an seiner Stelle wächst eine Überbauung mit hundert Wohnungen in die Höhe. Mit einer wohl klingenden Adresse lassen sich diese nun hoffentlich besser vermarkten. Im Publikum kommt es derweil zu einem kleineren Gipfeltreffen. Linda Geiser schart Beat Schenk, Urs Welsch und Ueli Hager um sich, die Mutter Kummer aus dem Schnyder-Film «Die sechs Kummerbuben» hat drei ihrer sechs Sprösslinge wiedergefunden. Auch etwas Klatsch Mit den Kummerbuben geht es später in Burgdorf weiter. Und mit weiteren Filmen, an die im Keller der Wirtschaft Schützenhaus so viele Fotos und Plakate von früher erinnern: Ein Komitee rund um die Betreiber des Sommerkinos Cinété und die Gotthelfstube Lützelflüh hat im alten Gewölbe eine Ausstellung rund um Franz Schnyder zusammengetragen, die nun, begleitet von den passenden Filmen, bis Montag zu sehen ist. Die Schautafeln an den Wänden lassen nicht Altbekanntes neu aufleben, sondern vermitteln auch allerhand Wissenswertes. Etwa, dass «Geld und Geist» ein für die damaligen Zeiten beachtliches Budget von 1 Million Franken verschlungen hat. Und dass Schnyder in seinem Bestreben nach möglichst grosser Echtheit für diesen Film gar ein Bauernhaus kaufte und dieses dann vollständig niederbrennen liess. Oder dass «Die sechs Kummerbuben» gar 2 Millionen Franken kosteten und sogar den Sprung ins US-Fernsehen schafften. Ach ja, ein wenig Klatsch darf auch nicht fehlen. So posiert Lilo Pulver, das Vreneli aus «Uli der Knecht» und «Uli der Pächter», 1954 keck für den Fotografen einer Illustrierten und bringt mit ihrer «Wohlgelauntheit und Lebendigkeit» das Blatt ins Schwärmen. Stephan Künzi •www.cinete.ch>

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