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Der neue Standort ist der alte

Seit zwei Jahren wird um den künftigen Standort für ein neues Akutspital in der Region Obersimmental-Saanenland gestritten. Gestern teilte die Spitalgruppe STS AG mit, dass sie am Standort Saanenmöser festhält.

«Das Einzugsgebiet Obersimmental-Saanenland hat zu wenig Patienten, um ein Akutspital aus wirtschaftlichen Gründen zu legitimieren.» Dies unterstrich gestern Hans Peter Schüpbach, Verwaltungsratspräsident der Spital STS AG, anlässlich einer Medienorientierung. Trotzdem halte die STS AG am Entscheid fest, in Saanenmöser ein Spital zu bauen. «Im Vordergrund steht für uns nach wie vor die gute Gesundheitsversorgung in der Region», sagte Schüpbach in Thun. Wie ernst die Lage ist, zeigte sich darin, dass an der Pressekonferenz elf Personen acht Medienleuten gegenüber sassen. Anwesend waren die STS-Spitze, Vertreter der heutigen Spital-Standortgemeinden Zweisimmen und Saanen sowie Vertreter der Bergregion Obersimmental-Saanenland. Streit seit zwei Jahren Seit zwei Jahren streitet man sich über den künftigen Standort für ein neues, regionales Akutspital. Dies, nachdem bekannt wurde, dass die beiden Anlagen in Saanen und Zweisimmen aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschlossen werden (siehe Kasten «Auf der Suche nach dem Spitalstandort».) Unzählige Diskussionen und einige Studien später kommt die STS AG wieder zum Schluss: Der beste Standort für ein neues Akutspital war und ist Saanenmöser. Der Entscheid basiert auf einer (weiteren) Machbarkeitsstudie, die letzten Januar gemeinsam von der Bergregion und der STS AG in Auftrag gegeben wurde. Das neue Spital wurde auf bauliche, privat- und planungsrechtliche sowie politische Machbarkeit hin geprüft. «Wir wollen damit auch das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen», sagte Beat Straubhaar, Vorsitzender der STS-Geschäftsleitung. Die Studie wurde gemeinsam von der Spitalgruppe als Auftraggeberin und von Vorstands-Mitgliedern der Bergregion Obersimmental-Saanenland durchgeführt. Begleitet wurde die Arbeit von Obersimmentaler und Saaner Behördenvertretern.Gemeinsam tragen sie die Verantwortung. Was die Studie zeigt Fünf Standortvarianten wurden verglichen. Am künftigen Standort muss es – so die Vorgaben – unter anderem Platz haben für ein Spitalgebäude mit rund 4450 Quadratmetern Fläche und rund 50 Betten. Total braucht es eine Fläche von 6500 bis 8000 Quadratmeter. «Nach umfassenden Abklärungen verbleiben zwei Standorte: Einer bei der Talstation der Bergbahn Saanersloch, der andere an der Bergmattenstrasse», sagte gestern STS-Spitaldirektor Christian Pfammatter. Scheidet eine der beiden Varianten aus, biete die jeweils andere eine Alternative. Pfammatter erklärte: «Wir favorisieren die Lage oberhalb der Saanenmöserstrasse. Diese wird wohl auf bessere politische Akzeptanz stossen.» Die westliche und sonnige Lage an der Bergmattenstrasse sei besser zu erschliessen. Die reinen Gebäudekosten für beide Varianten werden, wie vor zwei Jahren, auf etwa 20 Millionen Franken geschätzt. Der Spital-Standort in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes der Saanerslochbahnen, den die STS AG vor zwei Jahren ins Auge gefasst hatte, ist nicht mehr im Rennen. «Die politische Machbarkeit war wegen der gestellten Bedingungen nicht gegeben», führte der Saaner Gemeindepräsident Aldo Kropf aus (siehe «BO sprach mit»). Heute sei die STS AG dank der neuesten Machbarkeitsstudie klüger: «Wir haben die Standorte auf Herz und Nieren geprüft.» Saanen muss Land kaufen Die beiden neuen Landvarianten befinden sich in der Landwirtschaftszone und gehören privaten Eigentümern. Die Gemeinde Saanen will das Land erwerben, erschliessen und der STS AG im Baurecht zur Verfügung stellen. Die Saaner Gemeindeversammlung muss über die Umzonung und den Kredit für den Landerwerb abstimmen. Noch steht der zeitliche Fahrplan nicht genau fest: «Ich hoffe, dass wir das Geschäft dem Stimmvolk im Herbst 2010 vorlegen können», sagte Gemeindepräsident Aldo Kropf. Über den Landpreis konnte er gestern noch keine Auskunft geben. Zwei Standorte bis 2014In fünf Jahren soll das neue Akutspital in Saanenmöser eröffnet werden. Bis dahin verfolgt der Verwaltungsrat das Modell «Ein Spital – zwei Standorte» mit den beiden Anlagen in Saanen und Zweisimmen. «Mit dieser Übergangslösung können wir der Bevölkerung bis zum Neubau optimale Dienstleistungen anbieten», ist Verwaltungsratspräsident Schüpbach überzeugt. Anne Speiser, Gemeinderatspräsidentin von Zweisimmen sagt: «Obwohl der Standort Saanenmöser kein Herzenswunsch ist, muss ich hinter dem Entscheid der STS AG stehen.» Ebenfalls «keine überschwängliche Begeisterung, aber Unterstützung», sicherte Bergregion-Co-Präsident Erwin Walker dem Vorhaben zu. Sarah McGrath-FogalRuth Oehrli>

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