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Der Numerus clausus bleibt

Die Unis Bern, Zürich, Basel und Freiburg beschränken weiter den Zugang zum Medizinstudium –trotz Ärztemangel.

Die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) begründet den Numerus clausus mit der Qualität, die es bei der medizinischen Ausbildung zu wahren gelte. Am 9.Juli werden sich die Bewerberinnen und Bewerber für die Studiengänge Human-, Veterinär- und Zahnmedizin einem Eignungstest zu unterziehen haben, wie es in einer SUK- Mitteilung von gestern heisst. Mehr Studienplätze, aber Zwar wurde die Anzahl Studienplätze in der Humanmedizin leicht erhöht, und zwar um 30 (auf 180) in Bern und um 20 (auf 240) in Zürich. Ausserdem ist laut der SUK erfahrungsgemäss mit einem Rückzug von rund 20 Prozent der Bewerbungen noch vor dem Testtermin zu rechnen. Trotzdem werden die Aufnahmekapazitäten überschritten. Bei der Humanmedizin haben sich für die Universitäten Bern, Zürich, Basel und Freiburg 2651 Personen angemeldet. Es stehen aber nur 653 Studienplätze zur Verfügung. Bei der Veterinärmedizin steht 432 Anmeldungen eine Aufnahmekapazität von 150 gegenüber. Bei der Zahnmedizin können von 315 Bewerbern nur 142 berücksichtigt werden. Auch an der Uni Genf werden die Aufnahmekapazitäten in der Humanmedizin überschritten: 537 Anmeldungen für 187 Plätze. Der Kanton Genf wird dieses Jahr darum ebenfalls Eignungstests durchführen. Obwohl es auch an den Universitäten Lausanne und Neuenburg in der Humanmedizin deutlich mehr Anmeldungen als Plätze gibt, verzichten diese weiterhin auf die Durchführung von Eignungstests. Es fehlt an Nachwuchs Nach einer im Februar 2010 veröffentlichten Umfrage der ETH Zürich und anderer Institute hat fast jeder zweite Assistenzarzt in der Schweiz sein Ärztediplom im Ausland gemacht. Der Spitalverband H+ schätzt denn auch, dass die Schweiz rund doppelt so viele Ärztinnen und Ärzte braucht, wie derzeit ausgebildet werden. Die Erhöhung der Studienplätze in Bern und Zürich sei ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, reiche aber bei weitem nicht aus, sagte H+-Sprecher Reinhard Voegele auf Anfrage. Mitte Februar dieses Jahres schlug die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete Alarm: In den Berggebieten und auf dem Land drohe ein Ärztemangel. In der Schweiz würden zu wenig Ärzte ausgebildet. Auch die Vereinigung Psychiatrischer Chefärzte sorgt sich. Der Altersdurchschnitt der praktizierenden Psychiater in der Schweiz liege bei 55 Jahren, und genügend Nachwuchs sei nicht in Sicht, liess sie anlässlich des Nationalen Spitaltages im letzten Herbst verlauten. Zulassungsstopp gelockert Um den drohenden Ärztemangel in der Grundversorgung abzuwenden, hat das Parlament letzten Sommer zumindest den Zulassungsstopp für Arztpraxen gelockert. Allgemeinmediziner, praktische Ärzte und Internisten sowie Kinder- und Jugendmediziner sind von der Beschränkung ausgenommen. sda>

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