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Der Park als Weg in die Legalität

Zum geplanten Bikepark von Thomas Binggeli in Oberried gab es 38 Eingaben. Eine erste Grobauswertung zeigt: Mehrverkehr macht Angst. Thematisiert wird zudem das illegale Wachstum der erfolgreichen Velofirma.

Vor allem der Verkehr und die rechtliche Basis für Thömus Betrieb im Weiler Oberried lassen Kritik aufkommen. Dies zeigt eine erste Grobauswertung der Mitwirkung zu den Bikepark-Plänen von Thömus, welche die Gemeinde gestern veröffentlicht hat. 38 Eingaben wurden gemacht, 14 stammen von politischen Parteien und Organisationen, 24 von Einzelpersonen. Letztere sind laut der Könizer Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP) vor allem Betroffene aus der Umgebung von Thömus in der oberen Gemeinde Köniz. Zu dynamisch gewachsen Der grösste Teil der Eingaben stellt laut Sedlmayer Thömus Bikepark-Projekt nicht grundsätzlich infrage. Doch zeigt sich immer mehr auch die planungsrechtliche Relevanz des Bikeparks: Thömus Veloshop, wie er heute in Oberried besteht, ist nämlich laut Sedlmayer «nur im Kern» legal. Die Behörden haben zwar Ende der 1990er-Jahre den Gewerbebetrieb in der Landwirtschaftszone bewilligt. «Doch ist der Betrieb sehr dynamisch gewachsen», drückt es Sedlmayer diplomatisch aus. «Das ist für Jungunternehmen an sich nicht ungewöhnlich.» Unbewilligte Neubauten gibt es nicht, aber Thomas Binggeli hat die Nutzung bestehender Bauten ohne Bewilligung ausgeweitet. Dieses Problem kommt in einem Teil der Eingaben zur Sprache. Während es manche begrüssen, dass die Gemeinde dafür eine Lösung finden will, haben andere den Eindruck, der erfolgreiche Velofabrikant werde bevorzugt behandelt. Seit Jahren verhandelt die Gemeinde mit Binggeli über eine Lösung. Die Situation ist laut Sedlmayer «komplex». Klar wolle man Binggeli als schweizweit bekannten Unternehmer, der in Köniz hundert Arbeitsplätze hat, nicht verlieren. «Aber wir haben für ihn auch nicht einfach den roten Teppich ausgerollt.» Von der Bewilligung des Bikeparks hängt nun sehr viel ab . «Es ist die einzige Möglichkeit, überhaupt die Voraussetzung dafür zu schaffen, den heutigen Betrieb zu sichern», sagt Sedlmayer. Mehrverkehr befürchtet Angst macht der Bikepark vielen auch, weil sie Mehrverkehr nach Oberried befürchten. Die vier Zufahrtsstrassen zum Bauernweiler sind eng und dienen teils auch als Schulweg. Zweifel gibt es zudem zum angedachten Fahrtenkontingent. Denn beträgt dieses wie geplant im Durchschnitt 250 Fahrten täglich, sind durchaus auch Spitzentage mit weit mehr Fahrten erlaubt. Ein Shuttlebus oder eine Velostation direkt am Bahnhof Thörishaus könnte Abhilfe schaffen, sagt Sedlmayer. «Oder vielleicht eine Prämie für all jene, die nicht per Auto anreisen.» Kreative Ideen seien gefragt. Ein Verkehrskonzept soll dazu präzisere Lösungen aufzeigen. Dafür will die Gemeinde dieses Jahr Verkehrszählungen machen. Vor allem die Frühlings- und Sommermonate sind am stärksten belastet. Deshalb drängt die Zeit. «Wir werden in den nächsten Monaten mit der Zählung starten», sagt Sedlmayer. Abstimmen 2012 oder 2013 Vorerst gilt es nun, den detaillierten Mitwirkungsbericht zu erstellen. Im Sommer will die Gemeinde das Projekt zur Vorprüfung ans kantonale Amt für Gemeinden- und Raumordnung einreichen. Gegen Ende Jahr ist die öffentliche Auflage geplant. 2012 oder 2013 soll dann das Volk über Thomas Binggelis Pläne abstimmen können. Lucia Probst>

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