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Der Spitalumbau kommt vors Volk

MerlachDie Gemeinden des Seebezirks haben sich einstimmig für den Umbau und die Vergrösserung des Spitals Meyriez-Murten ausgesprochen. Damit ist der Weg frei für eine Volksabstimmung: Am

«Ich gratuliere Ihnen, das ist ein historischer Entscheid!», sagte Oberamtmann Daniel Lehmann zu den Delegierten des Gesundheitsnetzes See (GNS). Es war Donnerstagabend, und soeben hatten die Seebezirkler Gemeinden einstimmig Ja gesagt zu einem Kredit von 25 Millionen Franken. Mit dem Geld soll das Spital Merlach (HFR Meyriez-Murten) in den nächsten Jahren renoviert und vergrössert werden. Weitere 30,5 Millionen Franken würde der Kanton Freiburg bezahlen. Als Nächstes ist nun das Stimmvolk des Seebezirks gefragt: Weil die Investitionskosten hoch sind, darf es am 5.Februar an der Urne über das Projekt abstimmen. Kein Plan B Dem Entscheid der Gemeinden war ein Plädoyer von Lehmann vorausgegangen, der die GNS-Delegiertenversammlung als Präsident leitete. Die anderen Bezirke hätten die Aufrüstung ihrer Spitäler bereits hinter sich – zuletzt der Glanebezirk mit dem Spital in Billens. «Dieser Rückstand ist nicht unser Fehler, denn uns wurde lange Zeit nicht erlaubt, etwas an der Infrastruktur zu ändern», sagte Lehmann und erinnerte an den langen Kampf des Seebezirks für das Spital Merlach. Erst ein grosser Einsatz der Politiker und der Bevölkerung habe 2008 dazu geführt, dass man einen Auftrag erhalten habe. Nun liege es an den Gemeinden, die Rahmenbedingungen zu schaffen. Was denn passiere, falls die Delegierten Nein sagen, wollte die Syndique von Bärfischen, Carole Plancherel, wissen. Lehmann musste passen: «Es gibt keinen Plan B.» Dies gelte auch für den Fall, dass am 5.Februar das Volk Nein sage. Lehmann erklärte: «Dann müsste man die Gründe erörtern und schauen, ob man der Bevölkerung das Projekt nicht gut genug erklärt hat oder ob man das Ziel grundsätzlich überdenken muss. Es würde sich die Frage stellen, ob der Standort Merlach in dieser Form noch funktionieren könnte.» Sehr lange diskutierten die Delegierten darüber, wie sich die Kosten von 25 Millionen Franken am fairsten auf die 26 Gemeinden des Seebezirks aufteilen lassen. Drei Faktoren werden berücksichtigt: die Einwohnerzahl einer Gemeinde, ihr Steuerpotenzial und ihre Distanz zum Spital Merlach. Komplexer Verteilschlüssel Der GNS-Vorstand schlug vor, die Einwohnerzahl einer Gemeinde zu 50 Prozent zu gewichten, ihr Steuerpotenzial und ihre Distanz zum Spital zu je 25 Prozent. Die Gemeinde Kerzers brachte aber das Argument vor, es sei fairer, das Steuerpotenzial höher zu gewichten. Lehmann sprach sich zwar vehement für die Lösung des Vorstands aus, doch die Variante der Kerzerser fand eine Mehrheit von 44 zu 11 Stimmen. Der Verteilschlüssel berücksichtigt nun die Einwohnerzahl zu 40, das Steuerpotenzial zu 35 und die Distanz zum Spital zu 25 Prozent. Was das in Franken bedeutet, muss unter diesen Vorzeichen neu errechnet werden. Bei einem Ja des Stimmvolks am 5.Februar müssen im Frühling der Freiburger Staatsrat und der Grosse Rat zustimmen. Die Umbauarbeiten beginnen frühestens Ende 2012. Nach Tafers und Freiburg Im Spital Merlach sollen in circa drei Jahren neue Abteilungen für Neurorehabilitation und für Palliativpflege ihren Betrieb aufnehmen. Während der Arbeiten wird die Permanence als medizinisches Rund-um-die-Uhr-Angebot beibehalten. Sie zieht in ein Provisorium neben dem Medizinischen Pflegeheim. Andere Abteilungen werden temporär nach Tafers oder Freiburg verlegt, das Personal wird dort weiterbeschäftigt.Marc Kipfer>

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