Zum Hauptinhalt springen

Der zweite Streich des Beat Feuz

Ski alpinDer Schangnauer Beat Feuz hat in Val Gardena seinen Höhenflug fortgesetzt. Der Emmentaler gewann den Super-G und damit sein zweites Weltcuprennen.

Es schien kein Schweizer Tag zu werden. Sieben Fahrer aus dem Swiss-Ski-Team befanden sich im Ziel, inklusive Teamleader Didier Cuche. Aber keiner von ihnen war auch nur annähernd in den Bereich der Podiumsplätze gefahren, ein mittleres Debakel zeichnete sich ab. Doch dann kam mit Nummer 26 der Schangnauer Beat Feuz, der tags zuvor im Abfahrtstraining noch über vier Sekunden auf die Bestzeit verloren hatte. Feuz liess sich dadurch nicht irritieren. Er knüpfte vielmehr dort an, wo er zuletzt in Nordamerika aufgehört hatte, und setzte seine Erfolgsserie fort. Drei der vier Speedrennen in Kanada und den USA hatte Feuz in den Top 3 beendet. Zweimal hatte er den Sieg als Abfahrtszweiter nur um wenige Hundertstel verpasst. In Lake Louise fehlten dem Emmentaler sechs Hundertstel auf Didier Cuche, in Beaver Creek lag er vier Hundertstel hinter Bode Miller, den er als kleiner Junge besonders bewundert hatte. «Ich war immer ein Miller-Fan. Am Fernsehen habe ich dessen spektakulären Fahrstil bewundert», sagt Feuz heute, «in Beaver Creek war ich bereits stolz, mit Miller auf dem Podium stehen zu dürfen.» Noch wenig Spitzenleistungen In Val Gardena bestieg er das Podest wieder zusammen mit Miller, aber diesmal blieb die höchste Stufe Feuz vorenthalten. «Unbeschreiblich», empfand dies der 24-jährige Berner, der letzte Saison in der Abfahrt von Kvitfjell seinen ersten Weltcupsieg gefeiert hatte. Nun triumphierte er erstmals auch im Super-G. In dieser Disziplin waren ihm bisher noch nicht oft absolute Spitzenleistungen gelungen. Dritter war Feuz zuletzt in Beaver Creek geworden, aber sein nächstbestes Resultat in dieser Sparte ist lediglich ein 13.Rang. Im Moment scheint es keine Rolle zu spielen, wie die Pisten beschaffen sind. Ob hart und steil wie in Beaver Creek oder weich wie jetzt in Val Gardena – Feuz ist dabei. Er verhinderte im Grödnertal auch einen Grosserfolg der Head-Armada. Zu dritt lagen die erfolgsverwöhnten Piloten der Vorarlberger Skimarke vorne, als Feuz mit seinen Salomon-Brettern an ihnen vorbeirauschte. Der «Kugelblitz» aus der Emmentaler 1000-Seelen-Gemeinde Schangnau setzte sich so vor Miller und den Norweger Kjetil Jansrud, derweil Weltcupgesamtleader Aksel Lund Svindal auf Platz 4 abrutschte. Auf Platz 5 folgte mit Max Franz der erste Österreicher. Mit Nummer 54 fuhr der 22-jährige Kärntner, ein Cousin des früheren Abfahrers Werner Franz, weit nach vorne. Feuz liegt in der Gesamtwertung noch 24 Punkte hinter Svindal. Gedanken an die grosse Kristallkugel will er sich noch keine machen: «Wir haben jetzt Mitte Dezember. Der Wettbewerb dauert noch bis Mitte März.» Défago tastet sich nach vorne Im dritten Super-G des Winters war zum dritten Mal das Podium mit mindestens einem Schweizer besetzt – dank Feuz. Die übrigen Schweizer hatten indes alle wenig Grund zur Zufriedenheit. Als Zweitbester erreichte Abfahrtsolympiasieger Didier Défago den 12.Platz. In seiner ersten Saison nach dem Kreuzbandriss tastet sich der Walliser Schritt für Schritt wieder nach vorne. Der Glarner Patrick Küng lag bei der zweiten Zwischenzeit noch recht gut im Rennen, ehe er auf Position 17 abrutschte. Damit lag er knapp vor Didier Cuche (19.) und Sandro Viletta (21.). Cuche tat sich auf der weichen Grödner Piste schwer. Ihm liegen diese Verhältnisse nicht. «So wird es auch in der Abfahrt am Samstag schwierig», blickte der Neuenburger voraus. Viletta wertete seine Fahrt und den 21.Platz als gar nicht so schlecht. Schliesslich war er in dieser Disziplin erst zweimal besser gewesen: bei seinem überraschenden Sieg in Beaver Creek und als Siebenter letzte Saison in Hinterstoder. «Es kann nicht immer so hart und steil sein wie zuletzt in Beaver Creek. Da muss ich schon realistisch bleiben», befand der Bündner. Weiterhin nicht in die Gänge kommt der durch die Rückenbeschwerden handicapierte Carlo Janka, der mit knapp zwei Sekunden Rückstand auf Platz 39 landete. Der Weltcupgesamtsieger von 2010 macht momentan ganz schwierige Zeiten durch, denn solche Ergebnisse schlagen auch aufs Gemüt. siResultate Seite 26;Abfahrt Männer Val Gardena. Liveticker Sa, 12.15 Uhr www.ski.bernerzeitung.ch>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch