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Die Eishalle und ihre Kinderkrankheiten

BurgdorfNeues hat oft seine Tücken und Macken – das erfuhren auch Geschäftsführer Rainer Gilg und seine Crew mit der Eissporthalle, die in ihrer allerersten Saison steht. Jetzt hat man die Localnet-Arena im Griff – und genügend Luft, um über weitere Verbesserungen nachzudenken und auch schon den Sommer zu planen.

Halbzeit für die erste Saison der neuen Burgdorfer Eissporthalle. Wie ist der Betrieb in der Localnet-Arena angelaufen, wie sind die Reaktionen des Publikums, und welche Kinderkrankheiten gilt es für die nächste Saison zu kurieren? Geschäftsführer Rainer Gilg spricht von einer allgemeinen Freude und Zufriedenheit, die er zwar spüren, aber nicht unbedingt dingfest machen könne, denn: «Naturgemäss bekomme ich halt keine Mails und Briefe von zufriedenen Kunden, sondern nur von solchen, die etwas zu beanstanden haben.» Diese kritischen Anmerkungen, Fragen und Einwände würden von ihm und seinem Team ernst genommen. Möglichst alle Leute zufriedenzustellen, sei allerdings ein Spagat, der aus wirtschaftlichen sowie planerischen Gründen alles andere als einfach zu vollführen sei. Dicht an dicht Viele Besucherinnen und Besucher stellen an manchen Tagen zum Beispiel fest, dass sich der allgemeine Eislauf in engen Verhältnissen auf der einen Hälfte des Freiluftfeldes abspielt, während auf der anderen Hälfte dem freien Eishockey gefrönt wird. Wer zur selben Zeit einen neugierigen Blick in die Halle wirft und sieht, dass hier, auf dem gedeckten Eisfeld, etwa zehn Eliteeiskunstläuferinnen trainieren und dabei die ganze Fläche für sich beanspruchen, schüttelt darob schon mal den Kopf und deponiert sein Missfallen bei der Geschäftsleitung. «Ich sehe ja schon, dass die Halle aus Steuergeldern finanziert wurde und somit der Allgemeinheit gehört», äussert sich Gilg dazu. Er habe aber den Auftrag, die Einrichtung marktwirtschaftlich zu betreiben. Miete ein Klub oder eine Firma ausdrücklich die gedeckte Eisfläche, müsse diese dann auch zur Verfügung stehen. Ein spontanes Umdisponieren wie seinerzeit auf der alten Eisanlage sei kaum mehr möglich. Und: «Jemand, der als Plauschläufer kommt, bringt pro Mal im Schnitt vielleicht 10 Franken; bei einem Klub dagegen können wir pro Person von 300 bis 400 Franken ausgehen.» Das bedeute allerdings nicht, dass man den allgemeinen Eislauf gering schätze: «Wir versuchen, einen Weg zu finden, wie man das künftig ein wenig besser steuern könnte.» Übrigens stelle sich das Problem vor allem am Mittwochnachmittag und an den Wochenenden, daneben stehe eigentlich immer genügend Eis zur Verfügung. Anlass zu Beanstandungen gab verschiedentlich auch die Eingangssituation. Die Eintritte gilt es an einem Automaten zu lösen, aber wenn dieser streikt, ist zuweilen gerade niemand greifbar, der weiterhelfen könnte, denn die Vermietung der Schlittschuhe ist im unteren Geschoss angesiedelt. Für Rainer Gilg ist klar: «Das müssen wir unbedingt ändern; am Empfang ist zusammenzuführen, was zusammengehört.» Die verflixten Details Die ersten Betriebsmonate standen jedoch nicht nur im Zeichen von Rückmeldungen aus der Kundschaft, sondern auch der eigenen Erfahrungen und Feststellungen. Die Crew um Rainer Gilg, die aus seiner Assistentin, drei Eismeistern, mehreren Teilzeitmitarbeitenden in der Vermietung und dem Restaurantteam besteht, musste ihr Reich auf und neben dem Eis zuerst entdecken, kennen lernen und zum Funktionieren bringen. Gerade in den Details haperte es zuerst beträchtlich: Eine Türe, bei der sich der Boden angehoben hatte, liess sich eines Tages nicht mehr öffnen, die Beschallung des Aussenfeldes funktionierte nicht, hier fehlte ein nützliches Regal, dort ein elektrischer Anschluss Kurz und gut: «Es gehörte zu unserem täglichen Brot, solche Pannen zu bereinigen», berichtet Gilg, um zugleich zu relativieren: «Bei dem enormen Bautempo, das vorgegeben war, ist derlei normal.» Jetzt habe man die Angelegenheit jedoch im Griff und somit genügend Luft, um auch die Sommersaison planen zu können, sagt der Geschäftsführer. Dabei setzt man unter anderem auf Beachsoccer, ab Juli aber bereits auch wieder auf Eis für die Sommertrainings – denn Eis, hält Gilg fest, sei das Kerngeschäft der Localnet-Arena.Hans Herrmann>

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