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Die Equipe hat sich gut verkauft

TennisDie Schweizerinnen haben im Fed-Cup das favorisierte australische Team gefordert, aber doch 1:4 verloren. Swiss-

Die Stimmung im Freiburger Forum war gut, erstaunlich gut, muss man anfügen. Die Fed-Cup-Partie zwischen der Schweiz und Australien war vielerorts etwas despektierlich als Vorspiel zur Davis-Cup-Begegnung Schweiz - USA bezeichnet worden. Und dann brandete gestern plötzlich die Welle durch die Halle. Entflammt wurde das Publikum durch Amra Sadikovic. Die in Mazedonien geborene Aargauerin, in der Weltrangliste auf Position 219 geführt, brachte Jarmila Gajdosova (WTA 40) mit einem beherzten Auftritt arg in Bedrängnis. Letztlich gewann die Australierin mit slowakischen Wurzeln 6:3, 3:6, 8:6 und sicherte den klar favorisierten Gästen den entscheidenden dritten Zähler, aber Sadikovic, die über einen ausgezeichneten Aufschlag verfügt, zeigte, dass sie eine valable Option ist. Bacsinszky schmollt Überhaupt hinterliess die Schweizer Auswahl in Freiburg trotz der 1:4-Niederlage einen guten Eindruck. Einzig Timea Bacsinszky (WTA 244), die zum Auftakt Samantha Stosur in einer Partie auf enttäuschendem Niveau 2:6, 5:7 unterlag, konnte nicht verbergen, dass sie nach ihrer Fussverletzung noch weit von ihrer Bestform entfernt ist. Trotzdem hatte die Waadtländerin grösste Mühe, zu akzeptieren, dass sie am Sonntag von Captain Christiane Jolissaint durch Sadikovic ersetzt wurde. Stefanie Vögele (WTA 124) holte gegen Gajdosova in einem dramatischen Match, den sie mit dem 8.Matchball für sich entschied, den einzigen Punkt für die Gastgeberinnen. Gestern war sie dann gegen Stosur, die gegenüber ihrem schwachen Auftritt vom Samstag wie verwandelt wirkte und diesmal spielte wie die Nummer 5, trotz grossem Engagement chancenlos. «Ich absolvierte zwei Spiele auf gutem Niveau, doch der Match gegen Stosur zeigte mir auf, was ich noch verbessern muss.» Im unerheblichen Doppel erlebte dann Belinda Bencic ihre Fed-Cup-Feuertaufe. Die 14-Jährige stellte an der Seite von Sadikovic ihr grosses Potenzial unter Beweis. Die Niederlage sei schmerzhaft, weil nicht viel gefehlt habe, sagte Jolissaint, «aber enttäuscht bin ich nicht, denn die Mädchen spielten gut». Der Fall Oprandi Die Schweizerinnen müssen nun im April um den Platz in der Weltgruppe II kämpfen. Die Aufgabe kann unter Umständen schwierig werden, dennoch blickte Swiss-Tennis-Berater Heinz Günthardt recht zuversichtlich in die Zukunft. «Wir haben zwar keine US-Open-Gewinnerin wie Stosur, aber wir haben ein solides Team», stellte er fest. Sadikovic habe ihr Potenzial längst noch nicht ausgeschöpft. «Sie spielte in Freiburg auf sehr hohem Niveau; ihre Leistung hatte wenig mit ihrer Weltranglistenposition zu tun.» Im Falle von Bacsinszky und Vögele hofft Günthardt, «dass ihre Karrieren noch einmal einen Schub bekommen». Unmöglich ist das nicht, waren doch beide schon deutlich weiter vorne klassiert. Bencic attestierte Günthardt «eine sehr gute Grundlage und ein unglaubliches Spielverständnis». In zwei, drei Jahren könnte die Juniorin für die helvetische Auswahl durchaus eine Verstärkung sein. Sofort eine Verstärkung wird Romina Oprandi sein, sobald sie spielberechtigt ist. Die Bernerin, die bis Ende Januar unter italienischer Flagge angetreten war, sass am Samstag im Publikum. Bisher sei Oprandi für sie noch kein Thema gewesen, sagte Jolissaint, «aber wenn sie spielen will, ist sie willkommen». Wohl noch unter dem Eindruck der atmosphärischen Störungen wegen Bacsinszky stehend, fügte sie an: «Zusätzliche Konkurrenz ist gut, aber es kann auch Probleme geben.» Günthardt, der die Situation als Aussenstehender beurteilt, macht sich keine Sorgen: «Letztlich sind alle Einzelsportlerinnen, die sich für zwei, drei Wochen im Jahr zusammenraufen müssen.» Adrian Ruch>

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