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Die Freude und die Punkte sind zurück

FussballBeim FC Thun herrscht nach dem 3:0 gegen

Wenn sich Trainer Bernard Challandes nach Abschluss der Pressekonferenz die Zeit nimmt, um ein paar zusätzliche Fragen zum Spiel unter vier, sechs oder auch acht Augen zu beantworten, ist das ein gutes Zeichen für den FC Thun. In diesem Fall haben die Oberländer die Partie zuvor in der Regel gewonnen. Am Samstagabend, nach dem Heimspiel gegen Servette, analysierte Challandes den Auftritt seiner Mannschaft beim 3:0 gegen den Aufsteiger ausführlich. Challandes hatte gegen die Genfer die richtige Aufstellung bestimmt und clever gecoacht und damit seinen Teil zum Erfolg beigetragen. Der Entscheid, Thomas Reinmann, gewöhnlich Aussenverteidiger, in der Abwehrzentrale für den gesperrten Stipe Matic zu nominieren, erwies sich von Beginn an als richtig. Reinmann kannte mit Nebenmann Saif Ghezal kaum Abstimmungsprobleme. Im zentralen Mittelfeld verstanden sich Dennis Hediger und Muhamed Demiri glänzend. Demiri übernahm den defensiveren Part, Hediger suchte immer wieder die Offensive. Ramas Traumtor Seine Angriffslust wurde in der 52.Minute belohnt, als er den Ball nach einem zweifachen Doppelpass mit Dario Lezcano ins Tor spitzelte. Es war nach dem Treffer gegen Xamax zu Beginn der letzten Saison erst das zweite Mal, dass Hediger für Thun erfolgreich war. Und doch war es kein Zufall: «Der Druck, ein Tor zu erzielen, darf nicht nur auf den Stürmern lasten. Daher hatten wir uns vorgenommen, öfter aus dem Mittelfeld die Abschlussposition zu suchen», sagte Hediger. Die Thuner Mittelfeldspieler hatten in der letzten Zeit verstärkt Torschusstrainings absolviert. Für den trainingsfleissigen Hediger waren die Zusatzschichten kein Problem. «Er ist ein Spieler, der sehr viel macht. Körperlich kann er sich aber kaum noch verbessern, er ist bereits so stark. Daher habe ich ihm gesagt, er solle wenn schon an seiner Technik arbeiten», sagte Challandes. Freude hatte der Trainer auch daran, dass Milaim Rama als Einwechselspieler wie schon vor zwei Wochen gegen Luzern traf. Ob Rama im nächsten Spiel anstelle des auch gegen Servette glücklosen Mauro Lustrinelli von Anfang an aufläuft, liess Challandes aber offen: «Bis jetzt hat Rama als Joker mehr überzeugt, als wenn er von Beginn an spielte.» Für Rama hingegen ist klar, dass er wieder eine Chance in der Startformation verdient hätte – auch wenn der bescheidene Routinier das gegen aussen nie so direkt sagen würde. Blendend gelaunt verschwand Rama nach dem Spiel in der Kabine. Zuvor hatte er sein Tor zum 3:0 als «eines der schönsten in meiner Karriere» bezeichnet. Wie Rama in dieser Szene zwei Gegenspieler, darunter Servettes Neo-Nationalspieler Vincent Rüfli, ins Leere laufen liess und den Ball dann clever ins Tor lupfte, war tatsächlich Extraklasse gewesen. Für Rüfli, der vor einer Woche in Luxemburg sein erstes Länderspiel bestritten hatte, endete der Ausflug nach Thun schmerzhaft. Bevor ihn Rama düpierte, hatte ihm zuerst Enrico Schirinzi ungestraft den Ellenbogen in den Bauch gerammt, und nach einem (unabsichtlichen) Check mit der Schulter von Dario Lezcano in Rüflis Gesicht trat der Servettien die Rückreise dann auch noch mit einer Zahnlücke im Mund an. Thun hingegen schloss mit dem sechsten Saisonsieg die Punktelücke und steht mit 22 Zählern nach 16 Spielen nun sogar um einen Punkt besser da als zum gleichen Zeitpunkt letzte Saison. Noch besser sieht die Tabelle für die Thuner aus, wenn sie nach der Niederlage des FC Sion vor dem Kantonsgericht sechs Punkte aus den beiden Spielen gegen die Walliser erhalten, die sie eigentlich ja verloren hatten. Bleibt es beim Punktabzug für Sion, stünde Thun in der Tabelle aktuell auf Platz 3. «Wichtig ist, dass wir auf dem Rasen siegen. Das Urteil zeigt aber, dass sich alle Klubs der Super League an die Regeln halten müssen», sagte Challandes. Bättig wieder nicht dabei Nach schwierigen Wochen herrscht wieder eitel Freude beim FC Thun. Der Einzige, der sich nicht richtig mitfreuen kann, ist Roland Bättig. Der Captain ist in ein Formtief geraten. Gegen Luzern hatte ihn Challandes aus dem Team genommen. Den Sieg am Samstag beobachtete Bättig gar von der Tribüne aus, wegen Rückenschmerzen, wie es hiess. «Er hat zu Saisonbeginn viel und gut gespielt», sagte Challandes, «manchmal geht es halt schnell im Fussball. Ich bin sicher, wir werden ihn wieder brauchen.» Das nächste Spiel bestreitet Thun erst am 4.Dezember bei GC. Am nächsten Wochenende, wenn die Achtelfinals im Schweizer Cup ausgetragen werden, ist Thun nach dem Ausscheiden in St.Gallen spielfrei. Alexander WäflerDie Noten der Thun-Spieler Seite 20>

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