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Die Hengste präsentieren sich

Die Hengstpräsentation

Zwölf Hengste treten auf. Ihre Bühne ist die Reithalle Langnau, und ihr Publikum sind über hundert Interessierte, darunter neben Züchtern und Haltern auch Eltern mit ihren Kindern. Hamlet des ronds Prés schreitet als erster Hengst in die Halle. Über allen vier Hufen besitzt er ein Stück weisse Fellfläche, und auf seiner Stirn leuchtet ein weisser Fleck. Ansonsten zeigt sich das Fell in fuchsbrauner Farbe. Die Augen, der Schopf, die Mähne und der Schweif sind schwarz. Besitzer Niklaus Minder führt das Pferd vor, in der rechten Hand das Zügel zum Zaumzeug und in der linken eine Gerte. Ein Helfer lässt eine Peitsche in der Luft knallen. Herman Gehrig, Rassenrichter beim Schweizerischen Freibergerzuchtverband, beschreibt über Lautsprecher den 2003 geborenen Hengst. Etwa zehn Tage «rossig» Die Pferdezuchtgenossenschaft Oberemmental organisiert die Hengstpräsentation jedes Jahr vor der Decksaison, die von Ende Februar bis Ende Juni dauert. Eine Stute ist in dieser Zeit sieben bis zehn Tage «rossig». Laut Genossenschaftspräsident Werner Wüthrich erfolgen 90 Prozent der Befruchtungen auf natürlichem Weg. Nur 2 bis 5 Prozent der männlichen Pferde werden Hengste für die Zucht – der Rest als Wallach kastriert. Die Hengste müssen offiziell anerkannt sein, damit den Besitzern der Fohlen die Abstammung bestätigt wird. Zur Selektion gehört ein vierzigtägiger Test im Schweizerischen Nationalgestüt, Avenches. Sechs der präsentierten Hengste stammen von privaten Züchtern aus der Napfregion, sechs aus der Bundeszucht, unter ihnen Esperanzo und Népal. Sie überspringen mit ihren Bereiterinnen Hürden und bewegen sich galoppierend, trabend und schreitend synchron in der Halle. Das Publikum applaudiert. Der Bund züchtet Freiberger – mit dem Ziel, die Rasse zu fördern. Nach dem Hauptgestüt, das seit 1899 in Avenches besteht, ist Gohl die grösste Pferdestation des Bundes, wie Herman Gehrig weiss. Die Freiberger hatten einst eine grosse nationale Bedeutung für die Armee und die Landwirtschaft. Arbeit für Hallali Hallali ist der letzte Hengst. Herman Gehrig verweist darauf, dass das Pferd 2008 zum «besten Hengst Nachzucht der Schweiz» prämiert worden sei. Ein Nachkomme befinde sich im Hengstselektionsverfahren. Hans-Ruedi Oberli aus Schangnau ist der Besitzer, Tochter Manuela Oberli führt Hallali reitend vor. «Kein Pferd ist wie das andere», sagt der Züchter, der dreissig Pferde hält. Es sei faszinierend, die Tiere auszubilden und zu vergleichen. Ein Kunde vereinbart mit Hans-Ruedi Oberli einen Einsatz für Hallali – keine Frage, auf den Hengst wartet viel Arbeit. Simon Zurbrügg>

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