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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Wehmütig, aber einsichtig wegen einer beinahe hoffnungslosen Zukunft lösten die Genossenschafter des Modelleisenbahn-Treffs Interlaken ihre

«SBB-Historic hat uns mit den hohen Zinsforderungen in der ehemaligen Landi in Interlaken- West den Teppich unter den Füssen weggezogen», bedauerte Werner Affentranger, Vizepräsident der Genossenschaft ME-Treff und TOI-Präsident an der letzten Hauptversammlung. «Wir lebten erfolgreich Eisenbahngeschichte, die die Industrialisierung der Schweiz ermöglicht hatte. Bei den über 10000 interessierten Gästen pro Jahr ist der Entscheid der Vermieterin nicht nachvollziehbar.» Die Genossenschaft ist nach dem gestrigen einstimmigen Entscheid in Interlaken zwar gestorben; die Hoffnung, dass zumindest Teile der Anlage weiterleben – vielleicht auf dem Bödeli – nicht ganz. Dazu Peter Termignone: «Auf die Ausschreibung der Anlage in der Zeitschrift ‹Loki› erhielten wir viele Anfragen, die bis jetzt an räumlichen und finanziellen Gründen scheiterten.» So im Postbahnhof Interlaken, in der Uhrenfabrik an der General-Guisan-Strasse und bei Schlaefli&Maurer. Im Jungfrau Park besteht die Ankündigung, bei Bedarf müsse der ME-Treff wieder ausziehen. Aus diesem Grund kommen auch leere Räumlichkeiten der Armee nicht in Frage, die der Bund früher oder später veräussern wird. Ab nach England? Eine leise Hoffnung wollte Termignone aber nicht ganz ausschliessend. In der Gewerbezone bei der ehemaligen Güterexpedition Interlaken-Ost sei ein Neubau geplant, wo sich der ME-Treff einmieten könnte. Doch wie Miete und Betrieb zu finanzieren sei, wussten die Genossenschafter nicht. Das verbleibende Vermögen reicht kaum zur Entsorgung der eingelagerten Anlageteile, falls sie nicht veräussert werden können. Für das Projekt müssten neue Investoren auftauchen. «Denn dazu benötigen wir neues Startkapital sowie Bereitschaft zum Wiederaufbau und Betrieb», hielt Werner Affentranger fest. Zum Wiederaufbau seien sie bereit, aber kaum zum Betrieb, bekannten die Versammelten wegen ihres vorgerückten Alters. Offen ist laut Peter Termignone auch noch eine kürzlich eingegangene Anfrage aus Kanada für den Bau einer Anlage in England. Da würden sie sich gerne zum Wiederaufbau melden, frotzelten die Genossenschafter in spe. Einig waren sich die Männer nach langer Diskussion: «Lieber verschenken wir die Anlageteile, als dass wir sie entsorgen.» Für die zum grossen Teil revisionsbedürftigen Fahrzeuge hoffen sie auf kleine Entschädigungen, die noch auszuhandeln seien. Nicht zuletzt machten sie sich auf die schlimmste Version gefasst, den Fuhrpark eines Tages per Flohmarkt unter die Leute zu bringen. Spätestens dann, wenn das Gratislager in einem Zeughaus aufgehoben wird. Was Werner Affentranger etwa in einem Jahr erwartet. Guido Lauper >

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