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Die Jüngsten eröffneten das Fest

Gestern marschierten 350 Kadetten sowie Schützenvereine durch die Thuner Innenstadt. Der Ausschiesset 2010 hatte begonnen.

Die kleinen Rabauken waren zweifellos das Highlight des Umzuges, der gestern den Ausschiesset 2010 lancierte. 64 Zweit- und Drittklässler zogen in Fulehung-Montur durch die Gassen und deckten die Zuschauer mit Schlägen ein. Sanften Schlägen wohlgemerkt, so richtig zuhauen konnten sie nicht, da ihre Söiblaatere Ballone waren. «Schau mal, die Hörnchen, die sie tragen, und die roten Bäckchen, herzig!», schwärmte eine ältere Frau. Vor dem Umzug herrschte an der Scheibenstrasse gespanntes Warten. Die Kadettenmusikanten bliesen nervös in ihre Instrumente. Musikleiter Urs Grundbacher gab letzte Ratschläge. «Nach der Einleitung drehst du dich um und sagst, dass nun losgelaufen wird», sagte er dem Mädchen, dass die Gruppe anführte. «Eine Militärparade?» Einige Meter weiter beim Rex-Kreisel fotografierte ein Mann die bronzefarbene Kanone, die in der schwachen Mittagssonne schimmerte. Dann wurde das Ding von den Kadetten in Stellung gebracht. Die zahlreichen Spektatoren schauten erwartungsvoll, obwohl sie genau wussten, was kommen sollte. Doch immer wieder mal geschehen Überraschungen: Diesmal wollte die Zündschnur wegen der Feuchtigkeit erst nicht brennen. Schliesslich sprang der Funke über. «Jetzt musst du dir die Ohren zuhalten», sagte ein Vater seinem Jungen. Der Böller explodierte, und das Volk applaudierte. Mit Hauptmann Ivo Kämpf an ihrer Spitze setzte sich die Prozession in Gang. Restaurateure und Standbetreiber schauten den vorbeiziehenden Massen mit verschränkten Armen und hoffnungsvollem Lächeln zu, während Trinkfreudige bereits jetzt im Bälliz an Bierbüchsen nippten. Und natürlich waren da die Touristen, die sich fragten, was hier geschah. Ein Pakistani richtete seine Filmkamera auf die Schützen mit ihren geschulterten Gewehren. «Eine Militärparade?», fragte er verwundert. Kein Nachwuchsproblem Müde vom Austeilen, erreichten die kleinen Fulehüngli kurz nach 13 Uhr den überfüllten Rathausplatz. Korpsleiter Urs Balmer gratulierte dem Narrennachwuchs. «Super gemacht!» Er erklärte die Idee des Fulehung-Trupps: «Wir wollten auch den Jüngeren die Gelegenheit geben mitzulaufen. Ausserdem sind das potenzielle Kadetten.» Ob denn die Kadetten ein Nachwuchsproblem hätten? «Nein!», betonte Balmer. «Aber es gibt halt immer solche, die nicht vom Kadettenwesen erfasst werden, und so können wir auch diesen einen Zugang bieten.»Christoph Kummer >

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