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Die Liebe als Kitt für die Familie

Die bekannte deutsche

Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen fällt vielen Menschen heutzutage immer schwieriger. «Neue Wege suchen» und «sich inspirieren lassen» hiess es nun gestern Donnerstag an der 14.Wirtschaftslandsgemeinde Oberaargau zum Thema «Beruf und Familie» im Räberhus in Niederbipp. Mehrere hundert Zuhörer verfolgten die insgesamt vier Referate. Neben den Auftritten von Regierungsrat Andreas Rickenbacher, Psychologe Joachim Lask und Unternehmer Luzi Thomann wurde vor allem jener von Iris Radisch, der deutschen Autorin und «Literaturclub»-Moderatorin, mit besonderer Spannung erwartet. Radisch, selbst dreifache Mutter, referierte über «Die Schule der Frauen – wie wir die Familie neu erfinden». Ein Thema, zu dem sie bereits 2007 ein gleichnamiges Buch veröffentlicht hat. In ihrem Referat ging die Literaturkritikerin auf die Zukunft der Familie sowie insbesondere auf die Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft ein, die sich zwischen Familie und Beruf, Kindern und Karriere zu entscheiden hat. Dabei malte Radisch anfangs ein schonungsloses Bild: «Die Traditionsfamilie verschwindet. Das lässt sich nicht mehr aufhalten.» Neben der Tatsache, dass immer weniger Kinder geboren werden, und der steigenden Scheidungsrate, fügt Radisch vor allem die neue Rolle der Frau als Grund für diese Entwicklung an. «Die Frau geht heute arbeiten und macht Karriere.» Eine solche Modernisierung gehe aber nicht ohne Verluste vonstatten. Die neuen Arbeitsstrukturen würden dafür sorgen, dass die Familien immer weniger Zeit füreinander hätten. «So gesehen», erklärt Radisch, «ging es der Familie noch nie so schlecht wie heute.» Frauen geht es besser Doch Iris Radisch beruhigte auch. «Das klingt alles ziemlich furchtbar. Trotzdem: Den Frauen ging es noch sie so gut wie heute.» Man vergesse leicht, dass noch vor kurzem die Frauen nicht mal studieren durften. Als mögliches Heilmittel zur Rettung der Familie führt sie unter anderem die Liebe an. «Ohne sie gibt es in der Moderne keine Familie. Sie ist der Kitt und die Grundlage von allem.» Doch die Liebe, warnt Radisch abschliessend, drohe ihren Eigensinn zu verlieren und zum Genussartikel zu verkommen. Sebastian Weber >

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