Zum Hauptinhalt springen

Die Lysser machen wieder ein Theater

bühneDer Lysser Theaterverein teatrolyssimo spielt

In der Aula der Schule Kirchenfeld in Lyss präsentiert sich ein spartanisches Bühnenbild. Sofa, Computertisch, Bücherregal, Teppich, Pflanze: Das Wohnzimmer von Isidor Wanner. Der Karrosseriespengler wird mit seinem Erstlingswerk zum Shootingstar der Literaturwelt. Bis an einer Medienkonferenz Felix Hungerbühler auftaucht und behauptet, Wanner habe eine Diskette mit diesem Roman gestohlen. «D’Wahrheit übere Isidor Wanner» heisst das Stück von Mike Lamarr. Ab morgen präsentiert der Lysser Theaterverein teatrolyssimo die Komödie in zwei Akten. Regisseur ist der Berner Lehrer und Teatrolyssimo-Mitbegründer Beat Gehring. Treues Stammpublikum Es war ein Haufen Ambitionierter, der vor beinahe 20 Jahren das Bühnenfieber nach Lyss brachte. Da es ihnen in der Stadt Bern bereits zu viele Theatermacher gab, siedelten Beat Gehring und drei Freunde ihre Idee im Seeland an: Cabaret machen wollten sie, ihre Stücke selber schreiben. «Doch dafür waren wir dann doch zu wenig geübt», sagt Gehring. Da aber das ganze Drum und Dran mit Spielort und Spieldaten bereits aufgegleist war, konnten die Initianten nicht einfach den Vorhang ziehen: Drei Einakter inszenierten sie auf die Schnelle, und so war das teatrolyssimo 1993 geboren. Anfangs spielte die Truppe zwei Stücke pro Jahr. «Wir merkten dann aber, dass das für Amateure zu intensiv ist.» Heute hat die Theatergruppe 15 Mitglieder, sechs von ihnen gehören zum harten Kern aus den Anfängerjahren. Die Werke werden jeweils im Mai ausgewählt, zweimal wöchentlich finden im Lysser Pulverhaus Proben statt. Die Stücke bewegen sich meist zwischen Krimi und Komödie. «Am liebsten inszenieren wir Werke von jungen Schweizer Autoren», sagt Gehring, der dieses Jahr zum zweiten Mal Regie führt. Ein Highlight sei «Holzers Peepshow» von Markus Köbli gewesen – die Lysser spielten das Bergbauernfamiliendrama 1995. «Solche Stücke geben unserem Schaffen den Charakter.» Neues Lokal gesucht Der Verein hat ein treues Stammpublikum. Insgesamt besuchen jeweils um die 1000 Leute die neun Vorstellungen, die immer im Januar stattfinden. In den ersten Jahren spielte die Truppe im Sieberhuus, dann in der ehemaligen Kufa, nun in der Aula des Kirchenfeldschulhauses. «Die ist uns aber eher zu gross.» Und da die Bedingungen in der neuen Kufa nicht stimmten, ist der Verein nun auf der Suche nach einem neuen Lokal. «Am liebsten etwas Kleines, Intimes, wo wir nicht nur aufführen, sondern uns auch installieren und proben können.» Das kleine Theater hält sich finanziell über Wasser. Die Gemeinde Lyss gewährt ihm eine Defizitgarantie, die der Verein jedoch noch nie beanspruchte. Mehr als auf der Suche nach Geld sind die Lysser auf der Suche nach Nachwuchstalenten. Gehring: «Keiner von uns will ein Seniorentheater veranstalten.» Simone LippunerSpieldaten Isidor Wanner: Fr/Sa, 14./15.1.; Do–Sa, 20.?22.1.; Mi–Sa, 26.?29.1. Spielbeginn: 20 Uhr in der Aula des neuen Kirchenfeldschulhauses Lyss. Eintritt: 25 Franken.>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch