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«Die Mischung bleibt geheim»

Mostereien stecken mitten in der Hochsaison – auch Urs Schmitz in Langenthal. Seinen Apfelsaft gibts in Restaurants, Altersheimen und im Spital zu trinken. Viele Kunden füllen ihre Flaschen an der Melchnaustrasse gleich selber ab.

Die Experten sprechen von einem schlechten Mostjahr, während das letzte ein sehr gutes gewesen sein soll. «Chabis», sagt Urs Schmitz, «Menge und Qualität bleiben praktisch unverändert.» Er muss es wissen: Bei Urs Schmitz fliessen jährlich zwischen 60000 und 100000 Liter Apfelsaft aus der Presse. Das Mosten hat der gelernte Maschinenkonstrukteur beim Vater gelernt. In der Wagnerei und Schreinerei an der Melchnaustrasse in Langenthal wird von Mitte September bis Ende November gemostet. Zurzeit am Dienstag und Freitag. Ein Mosttag beginnt hier um 5 Uhr früh. Gut zwei Drittel des Mostes nehmen Landwirte und Private gleich wieder mit. Rund 20000 Liter verkauft Schmitz selber. Schmitz-Most gibts in vielen Langenthaler Restaurants, im Spital und im Altersheim. Die Äpfel dafür kauft er ganz gezielt. Sorten und Mischung will er aber nicht verraten: «Das ist mein Betriebsgeheimnis.» Nur so viel: Birnen sind keine drin. Ida Schmitz, seine Frau, erklärt: «Birnen kälten, das kann zu Blasenproblemen führen.» Als ehemalige Diätköchin im Spital kennt sie sich aus. Wenn Not am Manne ist, helfen auch die vier Kinder. Vor allem der 22-jährige Urs Schmitz junior putzt häufig nach der Arbeit als Metallbauer die Mosterei des Vaters. Auf 78 Grad erhitzt Kunden kommen und gehen. Die einen füllen Flaschen ab, die andern Plastikbeutel im praktischen Karton. Äpfel werden angeliefert. Maschinen lärmen. Viel geredet wird nicht. Alle kennen ihre Arbeit –auch der mittlerweile pensionierte Otto Rothenbühler. Seit Jahren erhitzt der Kollege von Urs Schmitz jeweils die 25-Liter-Flaschen mit Elektroden in 15 Minuten auf 78Grad. Damit ist der Most pasteurisiert und bleibt haltbar. Der Preis bleibt unverändert «Apfelschorle ist für uns keine Konkurrenz», sagt Ida Schmitz. Das beliebte Getränk wird in Grossmostereien aus Konzentrat und Wasser hergestellt. Nach den ersten fünf Stunden an diesem kalten Morgen leert Urs Schmitz einen Becher Kaffee. Berge von Trester müssen weg. Einen Teil verfüttert ein Langenthaler Landwirt dem Vieh wie Silofutter. Diese Milch darf nicht in die Käseproduktion. Ein Teil des Tresters geht dieses Jahr erstmals ins Bündnerland und soll dort im Winter den Gämsen verfüttert werden. Seit Jahren unverändert ist der Preis für einen Liter Most frisch ab Presse: 1.60 Franken. Die 25-Liter-Flasche pasteurisiert mit Filter kostet 42 Franken. Robert Grogg >

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