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Die Retterinnen geben nicht auf

Im 2009 verbuchte das Meiringer Kino 1000

Im Gegenteil: Filmfan und Ärztin Doris Heiniger, die vor einigen Jahren das Meiringer Kino kaufte, um es für wenig Geld an den Förderverein Cinema Meiringen zu vermieten, und so dessen Existenz sicherte, will – so sagte es Präsidentin Hanna Gubler – in der Vorführkabine in die Lehre gehen. Sie will Filmoperateurin werden wie Willy Renfer, der seit 20 Jahren den Projektor und die ganze übrige Technik bedient, dafür sorgt, dass die in bequemen Fauteuils sitzenden Zuschauer das Lichtspieltheater ungestört geniessen können. Die Fragen stellen sich Und vom Vorstandstisch ging ein vorsichtiger, aber keineswegs zögerlicher Optimismus aus; doch stellen sich die samt und sonders ehrenamtlich arbeitenden Vorstandsmitglieder ernsthaft die Frage nach Aufwand an persönlichen Ressourcen und Ertrag. Programm gegen Gebühr Gleichzeitig prüfen sie alle möglichen Sparmassnahmen. So wird den Kinogängern das Monatsprogramm künftig nur noch gegen einen jährlichen Unkostenbeitrag von 20 Franken per Post zugestellt. Gratis kann es aber immer noch im Internet unter www.cinema-meiringen.ch studiert, heruntergeladen oder gar ausgedruckt werden. Aktuell ist via Internet zu erfahren, dass am 20., 23. und 24.Mai der mit einem Oscar ausgezeichnete Dokumentarstreifen «Die Bucht» gezeigt wird und vor der Donnerstag- und Pfingstmontag-Vorstellung Hans Peter Roth, der Schweizer Co-Autor des gleichnamigen Buches, neueste Informationen zu seinem Kampf gegen die Delfinfrevel Japans weitergeben wird. Ein Minus von 18 Prozent Die an der Hauptversammlung des Fördervereins grossformatig an die Kinoleinwand projizierten Diagramme machten es deutlich: 5000 Eintritte wurden 2009 gezählt. Das sind 18 Prozent weniger als im Vorjahr – so wenig wie nie seit der 2003 erfolgten Übernahme des Betriebs durch den Förderverein. «Auch bei uns gab es Tief- und Hochlagen», sagte Hanna Gubler rückblickend, «sie manifestierten sich in gähnender Leere oder in grossem Besucherandrang.» Wie zum Beispiel bei der Anfang dieses Jahres gezeigten Schweizer Vorpremiere von Guy Ritchies «Sherlock Holmes», die nur zustande kam dank der Zusammenarbeit mit Haslital Tourismus und dem Defizit absichernden Sponsoring. «Dem Verleiher hatten wir 3000 Franken zuzusichern, also mussten wir mindestens 6000 Franken einspielen», erläuterte die Präsidentin, «die 655 Besucher bescherten uns aber 8500 Franken Ticketeinnahmen – also konnten wir das Projekt ‹Sherlock Holmes› rundum erfolgreich abschliessen.» Volles Haus gibts selbstverständlich auch, wenn ein Film der Meiringer Regisseurin Bettina Oberli auf dem Programm steht – «Die Herbstzeitlosen» oder, wie kürzlich erst, «Tannöd». Zwei Ehrenmitglieder Mit Akklamation erkor die Versammlung Rosemarie Dähler und Herbert Ritzi zu Ehrenmitgliedern des Fördervereins. Beide sind seit 30 Jahren fürs Meiringer Kino tätig. «Rosemarie Dähler ist Teil unseres Kinos, ihr Gesicht ist wie ein Bild im roten Rahmen in aller Leute Gedächtnis eingeprägt», sagte Hanna Gubler in ihrer Laudatio, «sie hat immer mehr Arbeiten übernommen, so bewirtschaftet und organisiert sie zusammen mit den anderen Kassenfrauen eigenständig den Kiosk.» Aussergewöhnliches hatte Gubler zu Herbert Ritzi zu berichten: «Er liebt und leidet mit dem Kino, macht hier täglich seine Runde. Wenn ein Filmverleiher Unmögliches verlangt und unsere Filmkopie bereits am nächsten Tag in einem anderen Kino gespielt werden soll, transportiert Herbert Ritzi diese schweren Pakete per Zug durch die halbe Schweiz.» Dem fügte Ritzi schmunzelnd bei: «Mit dem kostensparenden Halbtaxabo selbstverständlich.» André Hug >

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