Zum Hauptinhalt springen

Die Rettungsmedizin in der Bergwelt interessierte nicht nur Fachleute

InterlakenDie 6.Schweizer Bergrettungsmedizintagung lockte Fachleute aus der ganzen Schweiz nach Interlaken.

Die Aula der Sekundarschule Interlaken war unten fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Nur die ganz obersten Reihen boten noch freie Plätze. So gross war das Interesse an der 6.Schweizer Bergrettungsmedizintagung, die von der Schweizerischen Gesellschaft für Gebirgsmedizin (SGGM) am vergangenen Samstag durchgeführt wurde. «Das Spezielle an unserer Tagung ist, dass sie gesamtschweizerisch ist», erklärte der Arzt Bruno Durrer vom Organisationskomitee. Es seien nicht nur Leute aus dem Wallis oder aus dem Berner Oberland hier, «sondern effektiv aus der ganzen Schweiz». Durrer sieht die Hauptidee der Veranstaltung im Austausch zwischen den verschiedenen Partnern wie zum Beispiel Medizin, Technik und Rettungswesen. Rund um das Thema Gebirgsmedizin und Rettungswesen fanden insgesamt 19 Kurzvorträge statt, die dem Publikum die verschiedenen Forschungsaspekte und Anliegen der einzelnen Redner näherbringen sollten. Der Autor, Bergführer und Skilehrer Ueli Mosimann eröffnete die Veranstaltung mit seinem Vortrag «Klimawandel und Bergunfälle». Er erzählte seine persönliche Erfahrung mit Murgängen, die bei schönem Wetter niedergegangen waren, oder von plötzlichen Felsstürzen. «Die sichtbaren Veränderungen im Hochgebirge sind eindrücklich, man könnte sogar sagen beängstigend», schlussfolgerte Mosimann. Sie hätten jedoch keine dramatischen Auswirkungen aufs Bergunfallgeschehen. Sowohl die Tourengänger als auch die Retter müssten sich anpassen, «aber unsere Berge werden nicht zerfallen», schlussfolgerte Mosimann. Luftrettung in Nepal Der Meiringer Arzt Peter Wälchli machte in seinem Vortrag auf medizinische Probleme während eines Nepaltrekkings aufmerksam, die er an vorderster Front miterlebt hatte. Ebenfalls seinen Fokus auf Nepal gerichtet hatte Bruno Jelk, Rettungschef der Air Zermatt. Zusammen mit seinen Kollegen bildete er in den vergangenen Monaten nepalesische Piloten für die Luftrettung in ihrer Heimat aus und war selber in Nepal Einsätze geflogen. Mit eindrücklichen Bildern und Geschichten führte er die Zuschauer in eine gefährliche Bergwelt im Fernen Osten ein. «Hinterhältige Lawinen» Manuel Genswein befasste sich mit einem auch für diese Region hochaktuellen Thema. «Risiko und Lawinenrettung» war der Titel seines Vortrags, in dem er verschiedene Methoden und Werkzeuge vorstellte, mit denen die Retter das Risiko eines Einsatzes korrekt beurteilen können. «Zu viele Retter sterben bei Einsätzen», sagte Genswein. Während viele Vorträge für Laien teils nur schwer verständlich waren, bot der Sittener Arzt Pierre Feraud eine gelungene Ausnahme. Abwechselnd auf Französisch und Deutsch erzählte er aus eigenen Erfahrungen, um «die Hinterlistigkeit von Lawinen» darzustellen, die in seinem Vortrag fast wie lebendige Wesen wirkten. So hatte etwa bei einem Einsatz eine Lawine einen gefrorenen Bergsee zugedeckt und der Rettungshelikopter war auf dem See gelandet, weil dieser nicht mehr zu erkennen war. «Lawinen versuchen, uns Fallen zu stellen», warnte Feraud. Mehr als Kaffee trinken Die Veranstaltung wurde immer wieder durch Kaffeepausen aufgelockert, während denen sich das Publikum zudem anhand einer praktischen Übung zur Atemwegsicherung weiter informieren konnte. Die im Anschluss stattfindende Generalversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Gebirgsmedizin, eine Non-Profit-Organisation, bezeichnete Bruno Durrer als «business as usual». Während der Veranstaltung wurde auf ein neues Buch mit dem Titel «Gebirgs- und Outdoormedizin» aufmerksam gemacht, an dem alles, was in der Branche Rang und Namen hat, mitgewirkt hat.Hans Boss >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch