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Die Ruag übertreibt

Ausgabe vom 3. November «Total stehen sogar 1400 StellenaufdemSpiel»Dass die Ruag zusammen mit andern Rüstungsbetrieben sich gegen die Waffenausfuhrverbots-Initiative einsetzt, verstehe ich. Aber ich verstehe nicht, dass sie so masslos übertreibt und jetzt sogar von 1400 Arbeitsplätzen spricht, die im Oberland gefährdet seien. Dagegen errechnete die unabhängige Studie von BAK Basel Economics, dass im ganzen Kanton Bern 558 Arbeitsplätze direkt von Rüstungsexporten abhangen. Sicher, auch das wären noch viele Arbeitsplätze, und dies wäre für die Betroffenen sehr schmerzhaft. Trotzdem überzeugen mich die Argumente der Befürworter der Initiative mehr. In den Übergangsbestimmungen zum neuen Verfassungsartikel steht nämlich deutlich, dass nach der Annahme der Initiative der Bund die Betriebe und Regionen bei der notwendigen Umstellung unterstützen müsste. Es würden also neue Arbeitsplätze entstehen. Genau das wäre eine grosse Chance für Thun und das Oberland. Ich bin überzeugt, dass diese künftigen Arbeitsplätze, welche zivile Güter herstellten, längerfristig sicherer wären als die jetzigen militärischen. Und sie wären sinnvoller. Denn bekanntlich bringen mehr Waffen nicht mehr, sondern weniger Sicherheit, sowohl weltweit, aber auch für die Schweiz. Zu Recht sagt der renommierte Nahostexperte Erich Gysling, dass Waffenexporte die Sicherheit der Schweiz gefährden. Waffenexporte etwa an die britische Armee zum Kampf gegen die Taliban gefährden die schweizerische Neutralität. Dadurch riskiert die Schweiz, selber ins Visier von Terroristen zu gelangen. Aufgabe der Schweiz aber ist es, nicht mit Waffenexporten Konflikte weiter zu schüren, sondern alle Friedensbemühungen zu unterstützen. Sicher bringt die Annahme der Initiative für ein Verbot des Kriegsmaterialexports nicht sogleich den Weltfrieden. Aber sie ist, auch für andere Länder, ein wichtiges Zeichen auf dem richtigen Weg. Darum ist ein Ja langfristig ein Beitrag an den Weltfrieden. Fritz C. SchneiderBlumenstein >

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