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Die Ruine im Zentrum von Madiswil

MadiswilMitten im Dorf klafft eine riesige Baulücke. Das alte Schlachthaus ist weg, die Planung für das Areal stockt. Gemeindeschreiber Andreas Hasler wünscht sich neue Läden mit Frischwaren im Angebot.

«Wir wollen nicht zur Schlafgemeinde werden.» Der Madiswiler Gemeindeschreiber Andreas Hasler wählt deutliche Worte, wenn er über die Situation «seines» Dorfes spricht. Mehr Betrieb wünscht sich der 39-Jährige. Neue Läden, in denen man das Nötigste für den täglichen Bedarf einkaufen kann. So wie früher, als die Detaillisten noch nicht vom Aussterben bedroht waren. Genügend Platz gäbe es in Madiswil an bester Lage. Das ehemalige Schlachthaus-Areal der Firma Geiser steht leer, die alten Mauern sind abgerissen, etwas Neues aber noch nicht gebaut. «Das Projekt braucht noch etwas Zeit», schreibt Hasler auf der Internetseite der Gemeinde. «Ich hoffe, es dauert nicht allzu lange.» Läden verschwinden Aktuell hat Madiswil eine Coop-Verkaufsstelle und vier andere Läden zu bieten. Die Dorfmetzgerei, die Dorfkäserei und der Hasler-Beck haben dichtgemacht. Alle drei waren im Bereich des Laubenplatzes zu Hause, direkt neben dem verwaisten Schlachthaus-Areal. «Für die Madiswiler war das ideal», erinnert sich Hasler. «Sämtliche Einkäufe konnten zu Fuss erledigt werden.» Denkmalpflege redet mit So wie damals soll es bald wieder werden – zumindest wenn es nach dem Willen der Gemeinde geht. Das Problem: Über das Areal kann sie nicht selbst bestimmen. Es gehört der Geiser Immobilien AG mit Sitz in Bäch SZ. Die Planungsarbeiten wurden an die Tagmar + Partner AG in Dagmersellen LU vergeben, die bis nächsten Sommer ein Planungskonzept vorlegen will. «Vorher müssen allerdings noch viele Fragen geklärt werden», schränkt Josef Wiederkehr, Bauingenieur und Mitarbeiter der Tagmar AG, ein. «Das Schlachthaus-Areal ist umgeben von historischen Bauten, deshalb prallen hier verschiedenste Interessen aufeinander.» Verhandlungen mit der kantonalen Denkmalpflege haben bereits stattgefunden. Das sei nicht ganz einfach, gibt Wiederkehr zu. «Wir müssen uns an zahlreiche Auflagen halten. Am Ende sollte das Projekt aber auch wirtschaftlich sein.» Vorgesehen sind auf dem Schlachthaus-Areal «bis zu 30 Wohnungen», sagt Wiederkehr. Daneben gebe es die Möglichkeit, zwei bis drei Läden oder Gewerbebetriebe anzusiedeln. «Falls Interessenten vorhanden sind.» Hasler: «Das wäre fein» Eine gute Durchmischung mit Wohnungen und Läden, das wäre ganz im Sinn von Gemeindeschreiber Andreas Hasler. Mit Wehmut erinnert er sich an die guten alten Zeiten zurück, als neben dem Schlachthaus die Einwohner flanierten und fleissig konsumierten. Hasler: «Ein Metzgereiladen mit frischem Fleisch, eine Bäckerei mit knusprigem Brot und ein Geschäft mit Gemüse und Obst – das wäre doch fein für unser Dorf.» Stefan Schneider>

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