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Die Suche nach dem schönsten Lied

Markuskirche thunZu bezaubernden Melodien und erzählendem Spiel wurde in der Markuskirche Thun mit dem Vogelfänger nach dem traumhaften Lied gesucht. Doch der Funke wollte bei

Das Max Bolliger-Märchen mit dem schönsten Lied stand am Kinderkonzert der Thuner Kulturgruppe Markus im Zentrum. Das Programm wurde 2008 speziell für die Spiezer Schlosskonzerte entworfen und gelangt seither in anderen Kirchen, wie am Sonntag etwa in der Markuskirche Thun, zur Aufführung. Der ausdrucksstarke Pantomime und Erzähler Res Liebi aus Aeschi mimte den König mit langem Bart, dessen Koch, Diener und Wächter, einen Hofnarren, sowie einen Vogelfänger. Der Vogelfänger fasste am Hof des Königs eine spezielle Aufgabe: Er hatte sieben Tage Zeit, um seinem König die Melodie zu bringen, von der er geträumt hat. Er suchte nach den schönsten Vogelstimmen und hatte im Raum der Kirche mit der Fängerei alle Hände voll zu tun. Die Flötistin Denise Fischer Baumann machte mit ihren verschiedenen Flöten die Lieder und die Szenen hörbar – einfühlsam von Raffael Rütti am Klavier begleitet. Vogelmelodien erklangen aus wiederkehrenden Melodien. Aus Werken von Mozart – etwa der Vogelfänger aus der «Zauberflöte» –, Messiaen, Satie, Ravel, Janacek mit Piccolo, Saint-Saëns’ Vogel aus «Karneval der Tiere» und Prokofiew gestalteten die Künstler einen flüssigen Spannungsbogen. Vogelfrei dank Traumlied Der Vogelfänger präsentierte dem König eine Amsel, eine Feldlerche, eine Nachtigall, einen Pirol, eine Drossel und einen Zaunkönig – doch nie war es der richtige Vogel. Das eigene Flötenlied des Vogelfängers war es, welches sich schliesslich als «Traumvogel» des Königs entpuppte. Aus Dankbarkeit lud der König zum Fest. Die Vögel wurden in die Freiheit entlassen und der Vogelfänger ebenso – alle fühlten sich vogelfrei. Obschon die drei Künstler mit sparsam gesetztem, präzisem Spiel in Bann zogen, erwarteten die Kinder in Thun mehr gespielte Szenen mit sichtbaren Gegenständen wie Krone und Vögel. Es war musikalisches Erlebnis, das bei seiner Uraufführung in Spiez auf ungleich mehr Faszination gestossen war als diesmal in Thun. Vielleicht, weil die Erwartungen der kleinen und grossen Besuchern sich nicht mit dem deckten, was sie erhielten: Eine leise, bezaubernde Geschichte zum lauschen, staunen und sich freuen. Heidy Mumenthaler>

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