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Die Sustenstrasse ist verschüttet

gadmenEine Lawine hat die Sustenpassstrasse in der Nacht auf Montag verschüttet. Da die Schneemassen ausserhalb des Dorfes herunterkamen, wurde niemand verletzt. Gadmen ist aber abgeschnitten, was man im Ort mit einer gewissen Routine nimmt.

«Fünf, sechs Meter» sei die Strasse verschüttet, berichtet die Gemeindepräsidentin. Seit Donnerstag ist Gadmen von der Aussenwelt abgeschnitten. Doch Barbara Kehrli nimmt die Situation mit Gelassenheit. Es gebe da eine gewisse Routine im Dorf, meint sie. «Anfang des Winters deckt man sich mit Waren des täglichen Bedarfs ein, mit Lebensmitteln, aber auch mit Hunde- oder Katzenfutter», beschreibt die Gemeindepräsidentin die alljährlichen Vorbereitungen ihrer Gadmer Mitbürger auf den Ernstfall, wie er auch in diesem Winter eingetroffen ist. Wegen der grossen Lawinengefahr hatte das Strasseninspektorat die Sustenpassstrasse ab Fuhren gesperrt (wir berichteten). Zeitweise galt die Sperrung bereits ab Innertkirchen. «In den vergangenen Tagen hat es sehr viel geschneit», schildert Barbara Kehrli die Lage. Als zusätzliche Gefahr bezeichnet sie die Schneeverwehungen durch den Sturm. Und dann löste sich in der Nacht auf Montag die Lawine eingangs des Dorfes, «gerade ausserhalb des Lawinendamms», wie Barbara Kehrli präzisiert. «Aber dafür wurde der Damm ja gebaut und die Strasse gesperrt», sagt sie. Personen hätten sich deshalb auch nicht in der Gefahrenzone befunden. Überhaupt ist die Gemeindepräsidentin voll des Lobes für ihre Mitbürger: «Die Leute sind ruhig und verhalten sich richtig.» Grund zur Sorge besteht ihrer Ansicht nach auch nicht: «Es gibt zurzeit keinen, der auf ärztliche Hilfe angewiesen ist oder dringend Medikamente benötigt.» Der Dorfladen stellt bis auf weiteres die Versorgung sicher. Auch die beiden Ferienparteien, die zurzeit im Dorf zu Besuche sind, seien bei Einheimischen untergebracht worden und dort «gut aufgehoben». Lawine auch in Guttannen Über Ausmass und eventuelle Schäden des Lawinenniedergangs bei Gadmen konnte Eduard Schläppi vom Strasseninspektorat Oberland Ost gestern noch keine Angaben machen. Bisher war die Lage für eine Begutachtung «zu gefährlich», wie Schläppi erklärt. Aber: «Es sieht nicht schlecht aus. Ich hoffe, dass wir die Strasse Dienstagnachmittag wieder räumen können», sagte der Strasseninspektor gestern. Heute Früh wollen die Experten die Lage neu beurteilen und dann voraussichtlich auch die Grimselpassstrasse wieder freigeben. Die Verbindung nach Guttannen war ebenfalls wegen der Lawinengefahr seit Donnerstag unterbrochen. Beim Weiler Boden hatte schliesslich eine Lawine die Kantonsstrasse erreicht. Auf einer Breite von rund zehn Metern war die Fahrbahn zwei bis drei Meter dick mit Schnee bedeckt gewesen, berichtete Eduard Schläppi. Gestern konnte die Strasse jedoch geräumt und am Nachmittag für zwei Stunden bis 17 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden. Der Dorfladen war bereits am Samstag per Versorgungsflug beliefert worden, wie Guttannens Gemeindepräsident Hans Abplanalp erzählte. Insgesamt mehr als einen Meter Neuschnee war zuvor in kurzer Zeit gefallen. Abplanalp berichtet von einer weiteren Lawine in der Nacht vom Samstag oberhalb des Dorfes auf der Sonnenseite, die jedoch nicht bis zum Ort gekommen sei. Beruhigung im Westen Ob es noch andere Niedergänge gegeben hat, ist bei den Strasseninspektoraten nicht bekannt – auch nicht für das westliche Oberland. «Bei uns hat sich die Lawinensituation beruhigt», sagte Strasseninspektor Daniel Feuz gestern. Es seien keine Strassen gesperrt und auch sonst keinerlei Sicherheitsmassnahmen getroffen worden. «Ich verlasse mich auf das Urteil der Fachleute, und das funktioniert gut», meinte Gadmens Gemeindepräsidentin gestern noch. Claudius Jezella>

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