Zum Hauptinhalt springen

Die SVP im Dilemma

1917 wurde die Berner SVP als BGB gegründet, seit 1919 ist sie ununterbrochen im Ständerat vertreten – doch gestern hat die Partei eine krachende Niederlage erlitten. Die Abwahl des bestgewählten Berner Nationalrats Adrian Amstutz zeigt das Dilemma der SVP: Klartext und Konfrontation garantieren in Proporzwahlen Spitzenresultate; in Majorzwahlen, wo man Stimmen jenseits der eigenen Basis braucht, sind sie Gift. Das liest sich mit umgekehrten Vorzeichen auch aus dem Glanzresultat von Werner Luginbühl, der die einmalige Gunst der Konstellation nutzte: Er hat es in diesem Wahlkampf meisterhaft verstanden, nur so viel Farbe wie nötig zu bekennen, und damit von den Grünen bis hin zur SVP Stimmen ergattert. Die Quintessenz sollte die Berner SVP beunruhigen: Ihre mehrheitsfähigen Köpfe hat sie weitgehend an die BDP verloren. Die Partei steht damit für künftige Regierungswahlen vor Personalproblemen. In der Stadt Bern, wo 2012 gewählt wird, ist dies offensichtlich: Die Ambitionen von Reizfigur Erich Hess gefährden den bürgerlichen Schulterschluss – doch zugkräftige Alternativen hat die Partei kaum. Die BDP hingegen dürfte bis auf weiteres keinen Anlass sehen, von ihrem bewährten Alleingang abzuweichen. Der bürgerlichen Sache dient das zwar nicht, wohl aber der ganz eigenen. Das freut – wie gestern – die Linke als lachende Dritte. Mail: adrian.zurbriggen@ bernerzeitung.ch>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch