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Die Thuner verlieren den Taktgeber

handballSpielmacher Jakub Szymanski wird Wacker Ende Saison verlassen. Der Profi aus Tschechien wechselt «nach einer wunderschönen Zeit in Thun» zu St.Otmar St.Gallen.

Wacker Thun muss sich nach einem neuen Regisseur umsehen. Jakub Szymanski hat das Angebot zur Vertragsverlängerung abgelehnt und stattdessen bei St. Otmar St.Gallen unterzeichnet; das eröffnete der 28-Jährige seinen Mitspielern im Rahmen des gestrigen Trainings, mit dem die Oberländer Handballer die Vorbereitung für die entscheidende Phase in Liga und Cupbewerben aufgenommen haben. Der Tscheche wird sich den Ostschweizern nach Beendigung der Saison anschliessen. Er hoffe, die «wunderschöne Zeit in Thun» mit einem Pokalgewinn zu krönen, sagt Szymanski, der verspricht, alles dafür zu tun. Auf einen Abgang der Schlüsselfigur im Ensemble Martin Rubins hatte zumindest nach aussen wenig hingedeutet. Der Profi äusserte sich in Bezug auf seine Zukunft zwar stets vorsichtig, während Teamkollegen einen Wechsel teils kategorisch ausschlossen – aber vom eher introvertierten Familienvater, der vom Handballspielen lebt, waren diesbezüglich auch keine klaren Stellungnahmen zu erwarten. Sportchef Thomas Fahrni hatte Szymanski ein Angebot gemacht: Die Thuner wollten mit allen Spielern verlängern, deren Kontrakte auf Frühsommer 2012 terminiert sind. Fahrni war nach eigenen Angaben bereit, das Gehalt des Rückraumakteurs gar zu erhöhen. Nach Meinung von Coach Rubin war die Offerte an Szymanski «mehr als fair». Bleiben mochte der Tscheche gleichwohl nicht. Respektive: Die Argumente der Ostschweizer waren allem Anschein nach noch besser. Szymanski sagt: «Viele kleine Punkte haben den Ausschlag zugunsten von St.Otmar gegeben.» Offenbar ist Jan Filip, Landsmann Szymanskis und Spielertrainer der St.Galler, zumindest ein Grund für den Entscheid des 28-Jährigen gewesen. Rubin: «Riesenverlust» Szymanski ist im Sommer 2008 zu den Oberländern gestossen. Nachdem ihn Verletzungen daran gehindert hatten, die Fertigkeiten zu zeigen, war er gerade gegen Ende letzten Jahres ein Eckpfeiler. Gegen GC, den BSV und St.Otmar, seinen künftigen Verein, war er stärkster Thuner Aufbauer; 19 Treffer zeugen davon. Fahrni bezeichnet die Steigerung seines Arbeitnehmers während der Saison als extrem und hält fest, dass der Tscheche auch in der Deckung sehr wichtig sei. Für Rubin war beziehungsweise ist Szymanski «das Gesicht des Teams». Der Trainer sagt: «Das ist ein Riesenverlust.» Dem Spielmacher würden für den Rest der Saison Leaderrolle und Verantwortung nicht entzogen, sagt Rubin. «Wir wollen Erfolg, und dafür brauchen wir ihn.» Fahrni ist enttäuscht, dass Szymanski den Kontrakt nicht verlängern wollte, nachdem Wacker zu einem früheren Zeitpunkt den Vertrag des Tschechen verlängert hatte, als der verletzt war. Der Sportchef ist schon dabei, Nachfolger zu suchen. Einen gleichwertigen Spielmacher werde er in der Schweiz nur schwer finden, glaubt er. Möglicherweise wird Szymanski denn auch nicht 1:1 ersetzt – eine Option lautet, sich auf einer anderen Position zu verstärken. Die Rolle des Taktgebers würde dann intern vergeben; Captain Roman Caspar dürfte dafür als Erster infrage kommen, Talent Thomas Rathgeb hat auch Erfahrungen auf der Position im Zentrum. Die beiden sprangen schon Ende letzter Saison in die Bresche, als Szymanski gegen Schaffhausen nicht mittun konnte. Und damals siegte Wacker 37:29. Adrian Horn>

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