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Diese Kinder wollen hoch hinaus

WorblaufenNoch sind sie klein, die Berner Sportler von morgen. Am Samstag zeigten die Förderkinder des Projekts «Talent Eye» in einem Parcours, was sie draufhaben.

Remo Schnyder nimmt Anlauf, springt aufs Trampolin, fliegt auf den Handball zu und schmettert ihn Richtung Tor. Der Goalie hält. Noch zwei Versuche hat der 9-Jährige, dann ist das nächste Kind an der Reihe. Remo ist eines der Förderkinder des Sportnachwuchsprojekts «Talent Eye». Mit dem Programm fördert der Kanton Bern während jeweils zweier Jahre ausgewählte Kinder von 6 bis 8 Jahren. Rund 80 von ihnen reisten am Samstag aus dem ganzen Kanton nach Worblaufen, um am Abschlussevent von «Talent Eye» ihr Können zu zeigen. In der Sporthalle Altikofen absolvierten sie vor Publikum einen Geschicklichkeitsparcours. Der stand ganz im Zeichen von polysportivem Spiel und Spass: So warfen die Kinder mit Frisbees auf Kegel, spielten Pingpong auf dem Skateboard und setzten im Handball über ein Minitrampolin zum Sprungwurf an. Polysportive Ausbildung «Das Trampolin war mein Lieblingsposten», sagt Remo. Handball spielt er gerne, noch lieber aber mag er Unihockey. Ausserdem ist er ein begabter Schwimmer. Am liebsten übt er momentan aber akrobatische Tricks mit seinem Kickboard. Man sieht, Remo hat viele sportliche Interessen. Und für ihn ist es noch zu früh, um sich auf eine Sportart festzulegen. Dass sein Talent trotzdem gefördert wird, dafür sorgen die Nachwuchstrainer von «Talent Eye.» In ihren Trainings werden die Kinder nicht in einer speziellen Sportart ausgebildet, sondern polysportiv gefördert. Rekrutiert werden sie mittels eines Aufnahmewettbewerbs in der 1.Klasse. Während zweier Jahre trainieren die Kinder zweimal pro Woche an sechs Standorten im Kanton Bern. Mit einem vielseitigen Trainingsprogramm wird ihr gesamter Bewegungsapparat ausgebildet. Erst später sollen sie sich selbst für eine Sportart entscheiden. «Trimmt man die Kinder zu früh auf eine Sportart, verleidet es ihnen nicht selten im Teenageralter, und sie hören ganz auf», sagt Projektleiter und Ex-Handballer Martin Friedli. Geburtstagsparty verpasst Das Programm verlangt den Schülern einiges ab. Viele von ihnen sind nebenbei noch in einem Sportklub, so wie Remo im Turnverein Unterseen. «Manchmal ist es schon streng, aber es macht mir Spass», sagt er. Da er am Mittwochnachmittag und samstags immer trainieren musste, hat er die eine oder andere Geburtstagsparty verpasst. «Aber es ist nicht schlimm», meint er. Seine kleine Schwester, die im Publikum sitzt, bewundert ihren grossen Bruder. Und auch seine Eltern sind stolz auf ihn. «Er hat in den letzten zwei Jahren grosse Fortschritte gemacht», sagt Vater Schnyder, «Sport ist einfach seine Welt.» Spielerisch diszipliniert Während des Parcours ist es in der Halle auffällig ruhig. Man merkt, diese Kinder sind sich den Wettkampf gewohnt und trainieren diszipliniert. Ganz selbstverständlich werden sie still, wenn sich eine Kandidatin oder ein Kandidat an eine Aufgabe macht. Auch wenn jetzt vieles noch sehr spielerisch ist, haben sich die Kinder bereits ehrgeizige Ziele gesetzt: «Ich möchte Schweizer Meisterin in der Leichtathletik werden», sagt etwa die 9-jährige Melea-Lorana Schüpbach aus Schüpfen. «Ich werde Profifussballer», sagt der gleichaltrige Oliver Schär aus Ittigen. Auch Remo kann sich den Sport als Beruf vorstellen. «Den Spitzensport zu fördern, ist ein Anliegen, aber nicht das Hauptziel des Projekts», sagt Co-Projektleiterin Sophie Zenzünen. Mit dem Anlass ist sie sehr zufrieden. Danach wird sie ihre Schützlinge den Trainern der Sportvereine überlassen. Und schon bald wieder mit neuen Talenten in der Halle stehen. Martina Kammermann >

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