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Wohnlich muss es erst werden

Es ist geschafft! Die Familie Münger ist in ihre Wohnung in Brünnen umgezogen. Richtig geniessen können sie es aber noch nicht. Die Montage der Möbel wartet, und vor dem Fenster weitet sich statt Rasen ein Schotterfeld.

Der nigelnagelneue dunkelbraune Eichenboden ist mit Staub überzogen, überall stapeln sich Kartons mit Möbelteilen und Zügelkisten: In der neuen Parterre-Wohnung an der Colombstrasse 19 in Brünnen, in die Müngers am Vortag eingezogen sind, herrscht noch Baustellenbetrieb. Vater Michél baut mit einem Kollegen im Schlafzimmer den Schrank zusammen, während sein Schwager im Wohnzimmer leise vor sich hin fluchend das Sideboard zusammenzusetzen versucht. In der Luft liegt der Duft nach frischer Farbe, und Mutter Stéphanie seufzt: «So schlimm habe ich mir das Zügeln nicht vorgestellt.»

Alles Alte musste weg

Obwohl, präzisiert sie, das habe weniger mit dem Umzug, der ganz nach Plan lief, zu tun, als mit den anstrengenden letzten Wochen: «Im dreistöckigen Stöckli, in dem wir vorher sieben Jahre lang gewohnt haben, hatte ich nie etwas weggeworfen – ich glaube, ich bin ein Messie!» Und da Müngers von Anfang an beschlossen hatten, nichts ausser den Kinderspielsachen nach Brünnen zu zügeln und den ganzen Rest – von Möbeln übers Geschirr bis zur Bettwäsche – für die neue Wohnung neu anzuschaffen, musste sich Stéphanie Münger in den letzten Wochen von allem Alten – auch Babysocken, Stillkissen und Dekomaterial – trennen. Fast alles verschenkte sie dankbaren Nachbarn im Bienzgut.

Schäden an neuen Möbeln

Auch für Vater Michél gestaltet sich der Umzug anstrengender, als er erwartet hatte: «Das kann ja noch ewig dauern, bis wir alle diese neuen Möbel zusammengebaut haben.» Und sein Kollege, der ihm hilft, fügt an: «Diese Möbelteile sind zum Teil schon kaputt, Ecken sind beschädigt – und hier in diesem Nachttisch ist ein riesiger Spalt zu sehen.» Müngers haben die meisten Möbel beim Onlineauktionshaus Ricardo bestellt, erklärt Michél: «Neue gute Möbel sind dort eben einiges günstiger zu ersteigern, dafür kann man nichts dagegen unternehmen, wenn es kleine Schäden daran hat.»

Der Mahagoni-Esstisch mit den Korbstühlen scheint hingegen ohne Makel zu sein: Das stolze Stück aus dunklem Holz ist bereits montiert und passt perfekt zum dunkel gebeizten Eichenboden: «Darüber sind wir erleichtert», erklärt Michél Münger: «Wir hatten Tisch und Stühle ab Katalog bestellt und wussten bis heute nicht, ob sie in die neue Wohnung passen würden.»

Erste Nacht ohne Kinder

Wo sind eigentlich Müngers Töchter Vanessa und Angélina? «Die haben wir beim Grosi einquartiert», erklärt Stéphanie Münger. So haben die beiden Töchter die erste Nacht in Brünnen nicht miterlebt. Das sei auch besser so, findet Mutter Stéphanie, da die kleine Angélina am Zügeltag Fieber bekommen habe: «Ich nehme an, dass sie so den Umzug verarbeitet.» Mutter Stéphanie hat in der ersten Nacht im erst notdürftig zusammengebauten Ehebett nicht schlecht geschlafen. Eigenartigerweise vermisste sie aber die steile Treppe, die sie im Stöckli runtersteigen musste, wenn sie in der Nacht aufs WC gehen wollte.

Weihnachten im Partyraum

An ein Wohnungseinweihungsfest oder an einen Plan, wann die Wohnung fixfertig eingerichtet sein soll, denken Müngers im Moment nicht: «Jetzt nehmen wir einen Tag nach dem andern», erklärt Michél. Und Stéphanie ist froh, wenn sie ihren Hauswartsjob in Brünnen, den sie bereits seit Juli innehat, wieder richtig aufnehmen kann: «In den letzten Tagen war ich so beschäftigt mit Aus- und wieder Einziehen, dass ich zu wenig Zeit hatte für die Hauswartsarbeiten – meine neuen Nachbarn hier denken sicher, ich befände mich im Streik.»

Und während sich die Zügelhelfer ein weiteres Red Bull aus dem Kühlschrank holen, deutet Stéphanie Münger aus dem Küchenfenster auf den Bauschot-ter rund ums Haus: «Das wäre eigentlich unser Garten, hier wird hoffentlich spätestens im Frühling Gras wachsen.» Hinter der gegenüberliegenden Hauswand sei der Partyraum des Baufeldes 6, zu dem auch ihre Wohnung gehöre, ergänzt Séphanie Münger: «Dort werden wir mit der ganzen Familie Weihnach-ten feiern und vielleicht auch gleich ein Husröiki-Fest steigen lassen.»

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