Zum Hauptinhalt springen

Drei Frutiger sahnen in Berlin ab

berlin/frutigenGrosser Frutiger Tag in Berlin: Der erste Preis des europäischen Architekturwettbewerbs für junge Studierende, der Schindler Award , ging erstmals an ein Schweizer Team – und zwar an Daniel Meier, Simon Moser und Simon Peter Roesti.

Die Siegerprojekte wurden letzten Freitag anlässlich der Preisverleihung des Schindler Awards im Kosmos, Berlin, vorgestellt, wo auch die Siegerehrung stattfand. Die Sieger aus Frutigen wurden aus insgesamt 174 Wettbewerbsbeiträgen ermittelt, die von einzelnen Studierenden oder von Teams europäischer Architekturschulen eingereicht wurden. Am Schindler Award nahm die Rekordzahl von 1369 Studenten aus ganz Europa teil. Die Teilnehmer des Wettbewerbs 2010 hatten die Aufgabe, einen Teil des Berliner Olympiageländes von 1936 zu einem integrativen Stadtteil umzugestalten, der auch für Menschen mit einer Behinderung barrierefrei zugänglich ist. Zudem sollten für das Gelände, das einst von den Nationalsozialisten als Propagandaort benutzt worden war, ein attraktiver, funktionaler und uneingeschränkt zugänglicher Sport- und Freizeitkomplex sowie ein 150-Zimmer-Hotel geplant werden. Den ersten Preis gewannen Simon Moser, Daniel Meier und Simon Peter Roesti von der Berner Fachhochschule für ihr Projekt «link it». Die Studenten mit Frutiger Wurzeln überzeugten die Jury, indem sie der pompös inszenierten Naziarchitektur des Olympiageländes eine organische, zurückhaltend ins bestehende Parkgelände eingefügte Lösung gegenüberstellten. Das Geheimnis des Erfolges? Daniel Meier, Simon Moser und Simon Peter Roesti zeigten sich sehr überrascht über den Gewinn des ersten Preises: «Wir haben unsere Studie als Bachelorarbeit an der Fachhochschule Burgdorf eingereicht und wurden dabei von unseren Professoren Guy Fafranchi und Peter Berger optimal unterstützt und beraten», erklärte Simon Moser stellvertretend für seine Kollegen. Für die Arbeit habe man ein ganzes Semester investiert. Und das Geheimnis ihres Erfolges? «Wir haben die Lösung als Team erarbeitet. Wir sahen, dass es sich bei der Aufgabe nicht um eine konventionelle städtebauliche, sondern um eine landschaftsarchitektonische Aufgabe handelte.» Zudem, so Simon Moser, habe man sich ausführlich bei Behindertenverbänden informiert, um die Sicht der Behinderten einzubringen. Barrierefreie Räume Leiten liess sich das Team aus Burgdorf dabei vom Personenfluss, der von S-Bahnhof und Parkplatz in Richtung der wichtigsten Destination im Park, der Waldbühne, führt. Die Studenten bündelten diesen Fluss gekonnt auf einer breiten «Erlebnispromenade», an der sich auch alle übrigen Nutzungen wie Sportstätten, Hotels und Restaurants befinden. Nach Einschätzung der Jury besticht der Entwurf durch eine Vielzahl von schönen öffentlichen und halböffentlichen Räumen, die allesamt behindertengerecht sind, ohne dadurch an architektonischer Qualität einzubüssen. Zudem führe das Schweizer Siegerprojekt im krassen Gegensatz zu den bewusst ausgrenzenden, pompösen Bauten der Nazizeit mit spielerischer Leichtigkeit vor, wie öffentlicher Raum für alle Menschen zugänglich gemacht werden könne. Die Präsidentin der Jury, Prof. Françoise-Hélène Jourda, lobte an der Preisverleihung die allgemein hohe Qualität der Projektentwürfe: Es handle sich hier um durchaus «ernsthafte» Ansätze. Nächstes Jahr in der Schweiz Trotz seiner wachsenden internationalen Bedeutung und dem grossen Zuspruch aus Europa war der Schindler Award in der Schweiz bisher eher unbekannt. Der Schweizer Sieg wird dem Wettbewerb nun den nötigen Publizitätsschub verschaffen, zumal der nächste Schindler Award in der Schweiz ausgeschrieben werden wird. Der Schindler Konzern ist ein führender globaler Mobilitätsanbieter mit Vertretungen in über 140 Ländern. Das Unternehmen plant, installiert, wartet und modernisiert Aufzugs- und Fahrtreppensysteme für fast alle Gebäudetypen. pd/sp >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch