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Drogisten gehen nach Lausanne

Nun muss das Bundesgericht entscheiden. Es soll im Streit zwischen den Berner Drogisten und dem Heilmittelinstitut Swissmedic Klarheit schaffen und den Unterschied zwischen Lebensmittel und Arzneimittel klar definieren.

Die Berner Drogisten treten gegen das schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic an. Sie gehen vor Bundesgericht und verlangen Klarheit bei der Einteilung von Produkten in Nahrungsergänzung und Arzneimittel. Die derzeit geltende Regelung ist nach Ansicht der Drogisten einseitig und schwer nachvollziehbar. So dürfen gewisse Produkte als Arzneimittel nur von Apotheken, nicht aber von Drogerien verkauft werden. Der genau gleiche Wirkstoff ist aber als Nahrungsergänzung bei Migros oder Coop frei erhältlich. Als Beispiel führen die Drogisten Folsäureprodukte an (siehe Kasten). Hersteller entscheiden Die ungleiche Behandlung des gleichen Wirkstoffs ist wie folgt zu erklären: Am Anfang steht der Hersteller, welcher entscheidet, in welchem Segment er sein Produkt positionieren möchte. Will er es als Nahrungsergänzung deklarieren, wendet er sich an das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Entscheidet er sich für eine Lancierung des Produkts als Arzneimittel, lässt er es von Swissmedic prüfen. Die Anforderungen an ein Arzneimittel sind höher, seine Heilwirkung muss bewiesen sein, entsprechend mehr Belege muss der Hersteller der Zulassungsstelle vorlegen. Prüfer in der Kritik Für Peter Eberhart, Präsident des kantonal-bernischen Drogistenverbands, liegt das Problem nicht bei den Herstellern, sondern bei den Zulassungsstellen: «BAG und Swissmedic kommunizieren nicht miteinander», kritisierte er gestern an einer Medienkonferenz. Die Folge sei eine Verzerrung des Markts. Gemäss Auskunft des BAG finden allerdings regelmässige Treffen statt, um genau solche Abgrenzungsprobleme möglichst zu vermeiden. Rechtsstreit Die Berner Drogisten wehren sich schon seit einiger Zeit auf juristischem Weg gegen die derzeitige Regelung. Der Berner Regierungsrat hatte ihnen den Rücken gestärkt und erlaubt, die Regelung zu umgehen. Die Freude darüber war bei den Drogisten aber von kurzer Dauer. Swissmedic schritt ein, beharrte auf der Einhaltung der Regeln und erhielt im Oktober vor dem bernischen Verwaltungsgericht Recht (wir berichteten). Dagegen kämpfen die Berner nun vor Bundesgericht. Die Drogisten warnen zudem vor einer Unterschätzung der Produkte, wenn sie als Lebensmittel beziehungsweise Nahrungsergänzung verkauft werden. So enthalte etwa das Folsäureprodukt der Migros keine Hinweise auf Nebenwirkungen, während das Folsäuremittel der Apotheke diverse Hinweise auf Risiken und Nebenwirkungen aufliste. «Diese Warnhinweise wären wichtig, gerade dort, wo die Fachberatung fehlt», so Peter Eberhart. Brigitte Walser>

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