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«Egger ist weit von der Realität entfernt»

ReplikDer Berner Physiker Benedikt Jorns widerspricht Energiedirektorin Barbara Egger: Ohne Atomstrom gehe es «auch langfristig» nicht.

Die Berner Energiedirektorin Barbara Egger ist weit von der Realität entfernt, wenn sie meint, dass wir in 20 Jahren den Atomstrom durch erneuerbare Energien und Energieeffizienz ersetzen können. Auch langfristig wird die Ablösung der fossilen Brennstoffe durch die erneuerbaren Energien kaum möglich sein. Es wäre für die Weltbevölkerung heute ein zu grosses Risiko, auf die Kernenergie zu verzichten. Bei der zu erwartenden Verknappung der fossilen Brennstoffe ist eine weltweite Wirtschaftskrise zwar so oder so kaum zu vermeiden, doch ohne die Option Kernenergie würde sie noch schlimmer ausfallen. Die Infrastruktur in der Schweiz erfordert täglich mehr Energieaufwand. Weltweit wächst der Energiebedarf um 2 Prozent. Rein rechnerisch würde das bis ins nachfossile Jahr 2200 die 45-fache Energiemenge von 2009 ergeben. So lange kann der Energieverbrauch nicht mehr wie heute wachsen. Während der letzten 20 Jahre ging der Anteil der erneuerbaren Energien von 20 auf bald 15 Prozent zurück. Experten befürchten einen Rückgang auf 10 Prozent. Erdöl und Erdgas werden knapp. Deutschland will mit Wind und Fotovoltaik erneuerbare Energie erzeugen. 2009 konnten 7,58 Prozent des Stromverbrauchs mit Windkraftanlagen abgedeckt werden. Die Fotovoltaik lieferte 1,06 Prozent des benötigten Stroms. Windenergie und Fotovoltaik deckten 2009 folglich erst 8,64 Prozent des Strombedarfs ab. Was wir in der Schweiz brauchen, ist eine Energiestrategie, welche die nicht fossilen Energiequellen fördert. Ich bin davon überzeugt, es braucht alle drei: Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Kernenergie! Ein Unfall wie in Tschernobyl ist bei unseren Kernkraftwerken konstruktionsbedingt übrigens nicht möglich. In Mühleberg würde beim schlimmsten denkbaren Unfall der Verlust des Kühlwassers stattfinden und der Brennstoff langsam zu schmelzen beginnen. Mindestens 99,99 Prozent der Radioaktivität blieben an Ort und Stelle. Benedikt Jorns, Bern (Mathematiker, Volkswirtschafter und Physiker, inkl. Kernphysik und Reaktorphysik)Der vollständige Text findet sich unter http://blog.bernerzeitung.ch/leserblog.>

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