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Ein beglückender Saisonschluss

HONDRICHAusverkauftes Konzert, fünf Zugaben und Standing Ovations: Zum Saisonschluss der Kammermusikkonzerte Hondrich beglückten Alexandre Dubach und Pawel Mazurkiewics mit einem fulminanten, frühlingshaften Duoabend.

Auf der Bühne des Inforama-Saals fand sich das Duo Alexandre Dubach und Pawel Mazurkiewics zusammen: Beethovens Frühlingssonate erklang. Das Fenster neben der Bühne stand offen, Meisen, Amsel begleiteten die Musiker mit feinem Gezwitscher, wie wenn es ins Programm eingeplant gewesen wäre. Für die künstlerische Leiterin Bettina Keller war von Anfang an klar: «Musiker vom gleich grossen Format haben zum ersten und hoffentlich nicht letzten Mal bei uns in Hondrich zusammen gespielt». Unverschleierter Humor Angriffig spielte Dubach die Frühlingssonate. Im zweiten Satz nutzte er die Zeit zum Auftanken, denn da blieb die Violine im Hintergrund mit unterstützendem Charakter zum Konzertflügel. Im kurz und knapp gehaltenen Scherzo gelang es dem Duo, Beethoven als musikalischen Karikaturisten durchblicken zu lassen: Das Zusammenspiel zwischen Violine und Klavier wirkte gewollt und gekonnt «falsch», immer wieder klapperte ein Instrument nach. Sogar der Schlusston wurde nicht gemeinsam gespielt. Die Zuhörenden schmunzelten. Nach Chopins Ballade g-Moll für Klavier eroberte das Duo erneut die Zuhörenden im ausverkauften Saal. Spürbar gute Laune Dubach nannte Henryk Wieniawski den Chopin der Violine. In der Polonaise D-Dur und in César Francks Sonate A-Dur war die Laune des Miteinander-Musizierens und das Potential des Musikantischen spürbar. Das Zusammenspiel wirkte unbekümmert, federleicht, rhythmisch perfekt abgestimmt. Das eingespielte Team meisterte funkelnde Dialoge, frei von aller Schwere. Alexandre Dubach liess aufhorchen mit dem Ausloten seiner Violine und den virtuosen, minutiös eingeteilten Strichen mit Springbogen und Doppelgriffen. Betörende Beseeltheit war da herauszuspüren, wie etwa in «Recitativo-Fantasia» der Franck-Sonate. Das Publikum und die Musiker wirkten enthusiastisch. Standing Ovations Alexandre Dubach verdankte den kräftigen Applaus mit Paganinis Capriccio Nr. 21 und der Ysay-Solo Sonate Nr. 6. Pianist Pawel Mazurkiewicz tat dasselbe auf dem Flügel mit Chopin-Fantasie für Klavier. Und zum endgültigen fulminanten Saison-Schluss kam es kurz vor 19.30 Uhr nach zweieinhalb Stunden mit einer Transkription einer Chopin-Nocturne von Pablo de Sarasate für Violine und Klavier und Standing Ovations des überglücklichen und restos zufriedenen Publikums. Heidy Mumenthaler >

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