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Ein Berner in der Bundesliga

HandballDie Erfolge des Frauenbundesligisten Bad Wildungen Vipers sind eng mit der Person von Markus Berchten verknüpft. Der 49-jährige Berner ist bei den Deutschen Trainer, sportlicher Leiter und führt das Handballinternat.

In der Nähe befinden sich die bekannten Wintersportorte Willingen und Winterberg. In Bad Wildungen, einer Kleinstadt mit 17000 Einwohnern im Norden Hessens, ist jedoch keine Schneesportdisziplin die Nummer 1. 600 bis 800 Zuschauer pilgern regelmässig in die kleine Sporthalle der Stadt, um die Handballerinnen der Bad Wildungen Vipers anzufeuern. Seit letztem Sommer spielen die Hessinnen in der 1.Bundesliga und haben gute Chancen, die Playoffs zu erreichen. Mitverantwortlich für diese Euphorie ist ein Berner. Markus Berchten, 49 Jahre alt, früher Coach des BSV Bern, der Frauen von Rotweiss Thun und des Schweizer Frauennationalteams. «Es ist mehr als ein Traum, dass ich hier arbeiten kann», sagt Berchten. «In der Schweiz ist Frauenhandball vielerorts eine Randsportart. Hier ist jedes Spiel ein Event.» Von der 6. in die 1.Liga Berchten ist mit den Bad Wildungen Vipers in Kontakt gekommen, als er das Schweizer Frauennationalteam betreute. «Ich habe junge Spielerinnen besucht, die hier im Handballinternat waren», sagt der Berner. Seit 2008 ist er bei den Deutschen tätig. Berchten übernahm die Führung des Handballinternats, in dem 40 Spielerinnen im Alter von 13 bis 18 Jahren ausgebildet werden, er ist sportlicher Leiter und übernahm im Dezember 2011 auch die Verantwortung für die erste Mannschaft. Bad Wildungen ist der grosse Aufsteiger in der deutschen Frauenhandballszene. Der Verein spielte vor acht Jahren noch in der sechsthöchsten Spielklasse und schaffte den Durchmarsch bis in die Bundesliga. «Der Klub wollte in einem Bereich auf Leistungssport setzen», sagt Berchten. «Es war realistischer, bei den Frauen den Sprung an die Spitze anzustreben als bei den Männern.» Das ursprüngliche Saisonziel war der Ligaerhalt. In den letzten Wochen wurde aber deutlich, dass mehr möglich ist. Bad Wildungen bezwang gleich mehrere renommierte Bundesligateams. Ende Dezember gelang ein Auswärtssieg gegen Bayer Leverkusen (31:30), im Januar gewannen die Hessinnen zuerst gegen Frankfurt/Oder (32:30) und gewannen auswärts beim HC Leipzig (28:26). Durch diese Siege stiess Berchtens Team auf den achten Platz vor, der zur Teilnahme an den Playoffs berechtigen würde. «Die Qualifikation für die Playoffs ist jetzt auch unser Ziel», sagt der 49-Jährige. 70000 km pro Jahr In Berchtens Team spielen mit der früheren Nationaltorhüterin Petra Diener, der aktuellen Nationalspielerin Andrea Willimann und Alexandra Kohler auch drei Schweizerinnen. Akteurinnen aus Rumänien, Litauen und Holland stehen ebenfalls bei Bad Wildungen unter Vertrag. «Wir möchten aber vermehrt eigene Spielerinnen ins Bundesligateam nachziehen», sagt Berchten, der auch nächste Saison weiterhin das Internat führen, Bundesligatrainer und sportlicher Leiter der Bad Wildungen Vipers sein will. Wer nun aber vermutet, dass sich die beruflichen Aktivitäten von Markus Berchten auf den Handballsport beschränken, irrt sich. Der 49-Jährige hat nach wie vor eine Wohnung in Muri und ist in Bern als Unternehmensberater tätig. «Einige Mandate habe ich abgegeben», sagt Berchten. «In Bad Wildungen habe ich gute Leute um mich, denen ich auch Aufgaben delegieren kann. So werden etwa Trainings durch den Co-Trainer geleitet.» 70000 Kilometer legt er pro Jahr im Auto zurück. «Dies ist für mich kein Problem», sagt der Berner. «Beim Autofahren kann ich mich erholen und entspannen.» Reto Pfister>

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