Zum Hauptinhalt springen

Ein Berner Modi weint vor Glück

Miss Schweiz 2011Miss Bern ist zum ersten Mal auch

Sie zittert, die Tränen kullern. So ganz scheint die junge Frau der Sache nicht zu trauen. Es ist kurz nach 22 Uhr am Samstagabend, und die Stadtbernerin Alina Buchschacher ist von Jury und TV-Publikum soeben zur neuen Miss Schweiz gewählt worden. Sie setzte sich in Lugano gegen insgesamt elf Konkurrentinnen und im Finale der letzten drei gegen Julia Flückiger aus Stein am Rhein SH und Ashley Balmer aus Winkel ZH durch. Die zweite Berner Kandidatin, Jessica Haag, war früh ausgeschieden. Die 20-jährige Alina Buchschacher ist die erste nationale Schönheitskönigin aus Bern seit 1997, als die gebürtige Seeländerin Tanja Gutmann den Titel holte. Und vor allem ist sie die erste amtierende Miss Bern, die auch Miss Schweiz wird. «Super, mega» sei das, sagt sie Minuten nach der Wahl dem Reporter vom «SonntagsBlick», der wie jedes Jahr das erste Interview führen darf. Und: «Ich bin komplett überrumpelt, es ist ein wunderschönes Gefühl!» Das schüchterne Modi Man mag dem 1,71 Meter grossen Berner Modi mit dem bezaubernden Lächeln und den Traummassen (88-60-90) den Sieg von Herzen gönnen. Gerade, weil die passionierte Springreiterin mit karibischen Wurzeln bei ihren Auftritten als Miss Bern und auch an der nationalen Wahlnacht stets angenehm ehrlich und zurückhaltend, ja schüchtern, wirkte. Zum letzten Mal in Verlegenheit sei sie geraten, als ihr Freund Fabien ihr seine Liebe gestanden habe, sagte die Handelsschülerin am Samstag leise in die Kamera. Es war einer der raren Momente, in denen es auch den TV-Zuschauern ganz kurz warm ums Herz wurde. Die langatmige Show Ansonsten war die zweistündige Miss-Schweiz-Wahl, wie in den letzten Jahren leider meistens, eine kaum an Langatmigkeit zu überbietende Aneinanderreihung von mittelschlimmen Peinlichkeiten. Die Studiogäste durften mit Leuchtstäbchen wedeln. In den Einspielern aus dem Missencamp in Zermatt sah man Kandidatinnen im Bikini snowboarden und in kurzen Höschen Cervelats bräteln. Eine betont strenge Drillmeisterin überwachte fiese Stöckelschuhübungen der Missen im Gelände. Die Kandidatinnen mussten unter der Leitung eines gestenreich korrigierend eingreifenden Hoteldirektors Ananas schälen, Zwiebeln hacken und Tische decken. Aus unerfindlichen Gründen war Radfahrer und Tour-de-France-Gewinner Cadel Evans im Studio und gab dem Tessiner Moderator Matteo Pelli ein ausführliches Interview. Co-Moderatorin Xenia Tchoumitcheva hörte nicht auf, lasziv zu blicken. Der kubanische Rapper Baby Lores hörte nicht auf, mit den Armen zu rudern. Und die abtretende Miss Schweiz Kerstin Cook hörte nicht auf, von ihrem «wundervollen» Amtsjahr zu schwärmen: «Ich durfte so viele schöne Sachen erleben.» Dass die tränenreiche Krönung einsamer Höhepunkt einer fahlen Show war, kann Alina Buchschacher, die noch bei den Eltern wohnt, egal sein. Der Sieg bringt der Bernerin schon jetzt Sponsorenverträge und ein Auto im Wert von fast 100000 Franken ein. Im Laufe ihres Amtsjahres wird sie gegen eine halbe Million Franken verdienen. Das dürfte auch das eine oder andere Mal für wunderschöne Gefühle sorgen.Fabian Sommer>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch