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Ein Grossvater gibt sein Wissen weiter

thörishausDie Schüler der 6.Klasse lernten in den vergangenen Wochen viel über Turmfalken und Schleiereulen. Ihr Lehrer: Der Rentner Paul Furrer alias Pingu-Paul.

«Ruhig, Giele u Modi, ich zeige euch jetzt, wie man den Brutkasten zusammenbaut», sagt Paul Furrer. Dass der 73-jährige Rentner vor der 6.Klasse von Thörishaus steht, ist keine Folge des aktuellen Primarlehrermangels. Paul Furrer ist Hobbyornithologe und Experte für Turmfalken und Schleiereulen aus der Region. Als die Klassenlehrerin ihn anfragte, ob er ihren Schülern ein paar Lektionen in Ornithologie erteilen wolle, sagte er sofort zu. «Wir Alten sollten den Kindern so viel wie möglich von unserem Wissen mitgeben», findet er. Gesagt, getan: In insgesamt drei Doppellektionen brachte er den Kindern bei, dass Turmfalken und Schleiereulen vom Aussterben bedrohte Tierarten sind und dass man ihnen mit dem Bau und Unterhalt von Nistkästen – in denen sie ihre Jungen ausbrüten – helfen kann. Auch lernten die 6.-Klässler auf sehr konkrete Weise, dass sich Vögel von Mäusen ernähren: Mit der Pinzette untersuchten sie das «Gewöll», also die unverdaubaren und deshalb wieder ausgestossenen Knochen und Fellteile der Mäuse. Ein Ruhepol im Lärm Gestern nun baute die Klasse Brutkästen für Meisen. «Nistkästen von Turmfalken wären eine Nummer zu gross gewesen», sagt der Pensionär. Den Schülern gefällts: «Herr Furrer ist ein guter Lehrer», sagt der 12-jährige Lars Stucki und hämmert weiter auf seinen Kasten ein. Der Lärm im Werkraum ist ohrenbetäubend. «Kinder sind sehr laut, darum könnte ich nicht immer Lehrer sein», murmelt Furrer. Er hingegen ist die Ruhe selbst. Geduldig geht der Grossvater – er hat zwei Enkelkinder – von Tisch zu Tisch und hilft den Kindern beim Zusammennageln ihrer selber bemalten Holzwände. «Ich habe mich nicht gross vorbereitet», sagt der in Bramberg wohnhafte Furrer. Er erzähle einfach nur, was er wisse. Ihn macht so schnell nichts nervös. Natur der Region kennen Der gelernte Käsermeister führte jahrelang eine Käserei und arbeitete dann 25 Jahre als technischer Inspektor bei der Käseunion. Schon in seiner Jugend begeisterte er sich für die Ornithologie, doch erst seit seiner Pensionierung kann er sich seinem Hobby vertieft widmen. So betreut und beringt er seither die Turmfalken und Schleiereulen der Region im Auftrag der Vogelwarte Sempach. «Man muss schliesslich etwas zu tun haben», lacht er. Sein Interesse gilt aber nicht nur den hiesigen Vögeln: So nahm er vor 10 Jahren an einer Pinguinexpedition in die Antarktis teil. Daher auch sein Spitzname: Pingu-Paul. Klassenlehrerin Claudia Müller freut sich über sein Engagement: «Ich wollte, dass die Kinder etwas über die Natur der Region lernen», sagt sie. So hätten sie einerseits Abwechslung und würden sich anderseits bewusst, dass sie die Tiere in ihrer Umgebung schützen können. Martina Kammermann>

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