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Ein Hahn, Orgelklänge und Kinder

InterlakenFrüher als in vergangenen Jahren startete die traditionelle Konzertreihe der Vespern in der Kirche Unterseen mit geglückter Premiere: einem Familienkonzert, in welchem der «Eingebildete Güggel» im Zentrum stand.

Gleich drei Neuerungen erhielt die über 35-jährige traditionelle Konzertreihe der Vespern: Bereits am zweiten Februarsamstag fand der Auftakt statt, neu unter ein Jahresmotto, «Kontraste», gestellt und mit geglückter Premiere, einem Familienkonzert in der Kirche Unterseen. «Was in Deutschland schon lange geboten wird, ist im Berner Oberland noch selten anzutreffen», begründet das neue Organisationsteam bestehend aus den einheimischen Musikern Susanne Flück, Christine Thöni und Martin Heim. «Wir möchten mit Familien-Kinder-Konzert auch dem ganz jungen Publikum eine Veranstaltung widmen. Die Kinder sind unser Publikum von morgen.» Nach langem Suchen gelang es Susanne Flück, die Geschichte vom «Ybildete Güggel» nach einer Erzählung von Werner Heiduczek zu konzipieren. Martin Heim wählte passende Musikstücke, die er auf die Orgel übertrug. Da kamen Kontraste je nach Stimmung der Geschichte in Form von gegensätzlichen Kompositionsstilen, Farben, Klängen, Registerwahl und Emotionen zum Ausdruck. Gebannt lauschten Kinder und Erwachsene der Geschichte. Mit Prokofjews «Der Morgen» stimmte der Organist in die Geschichte ein. Weiche farbige Federn präsentierte der Hahn. Gewitter wurde nachgeahmt, lang ersehnter Regen ist eingetroffen. Die Kinder halfen Regentropfen rhythmisch darzustellen, und auf der Orgel erklang Debussys «Jardins sous la pluie». In einer Pfütze entdeckte der Hahn seine Schönheit und vergass seine Pflichten. Eine Fanfare ertönte, und es wurde verkündet, dass der König von Spanien einen neuen Minister sucht. Der Hahn entschloss sich, Minister zu werden, und marschierte quer durch Spanien. Mit Olé-Rufen, Klatschen und rhythmischen Sprechgesängen unterstützten die Kinder die Erzählerin und den Organisten. Ihnen gelang es, das Publikum motiviert ins Geschehen einzubinden. Anschliessend zeigte Heim den Kindern die Orgel von der Nähe. Er erklärte, wie er den Hahn krähen liess, dass er mit den Pedalen das Gewitter spielte, wie der tiefste und höchste Ton klingt, und verriet, dass rund 2000 Pfeifen zur Unterseener Orgel gehören. Heidy Mumenthaler >

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