Zum Hauptinhalt springen

Ein Krimi ohne Opfer

handballDurch den Punktgewinn (29:29) gegen Pfadi Winterthur hat sich Wacker Thun die Teilnahme an der

Im ersten Ligaspiel des Jahres beantworteten die Oberländer eine Menge brennender Fragen. Ja, Luca Linder konnte seine starke Verfassung in der Winterpause konservieren – der linke Flügel erzielte zwölf Tore. Und, doch, Zuzug Nikola Isailovic ist eine Verstärkung: Der Serbe schoss gleich den ersten Thuner Treffer der Partie, drei weitere Male sollte der Linkshänder in der Begegnung mit den Zürchern erfolgreich sein. Auch geklärt ist: Dass Jakub Syzmanski entschied, Wacker nach Saisonende zu verlassen, hat Auswirkungen. Der Tscheche, im Dezember noch überragender Schlüsselakteur, sass gegen Pfadi zu Beginn auf der Bank. Und auch in der Folge sollte der 29-Jährige, der sich im Sommer St.Otmar St.Gallen anschliessen wird, keine dominante Gestalt im Team Martin Rubins sein. Gut trat Wacker gleichwohl auf. Der Zweitplatzierte war in der 5.Minute erstmals in Führung gegangen und lag nun stets ein, zwei Treffer vorn oder zumindest nicht im Hintertreffen. Déjà-vu Gegen das gleich hinter den Berner Oberländern rangierende Pfadi Winterthur reichte das trotzdem bloss zu einem Zähler. 29:29 trennten sich am Samstag die Teams in der Lachenhalle. Aufgrund der Dramaturgie des Spiels war damit kein Thuner glücklich. Dragan Dejanovic etwa sagte: «Wir sind enttäuscht.» Der Assistenztrainer sprach davon, einen Punkt verloren zu haben. Wacker begann damit das neue Jahr, wie es das alte beendet hatte: mit einem Unentschieden in einem Heimspiel, das die Thuner lange zu gewinnen schienen. Mit einem Remis hatten sie sich am 21.Dezember in die Winterpause verabschiedet. Gegen St.Otmar, den damaligen Widersacher, kassierten sie in der letzten Sekunde ein Tor. Zumindest darin unterschied sich das Aufeinandertreffen mit dem wohl nahezu gleichwertigen Pfadi Winterthur: Die Zürcher hatten in den finalen Augenblicken gar die Möglichkeit, Wacker zu besiegen. Den dreissigsten Treffer kassierten die Berner aber nicht. Das Kräftemessen war somit ein Krimi ohne Opfer. Und durch die Punkteteilung stehen gleich beide Mannschaften als Finalrundenteilnehmer fest. Die Thuner haben damit das ursprünglich kommunizierte Ziel in einem bemerkenswert frühen Stadium der Saison erreicht. Doch längst will Wacker mehr, und zwar in die Playoffs. Dafür zählt schon jetzt jeder Zähler. Und deswegen waren die Oberländer am Samstag unzufrieden – auch mit den Schiedsrichtern. Dejanovic sagte: «Wir kritisieren die Spielleitung nur sehr ungern und auch entsprechend selten. Aber wir hatten, um es vorsichtig zu formulieren, mindestens kein Glück.» Zuschauerrekord Die beiden Unparteiischen waren jedenfalls mit keiner leichten Aufgabe betraut worden. Wacker - Pfadi war rastloser Spitzenhandball mit maximalem Unterhaltungswert und einer Vielzahl umstrittener Aktionen. 1050 Leute waren gekommen – das bedeutete Saisonrekord in der Lachenhalle –, und sie sahen den bislang interessantesten Wacker-Match der Spielzeit. Und, ja, einen Vorgeschmack auf einen späteren Zeitpunkt der Meisterschaft, wo die Elite unter sich sein wird. Steigern kann sich Rubins Team allemal noch. Der oft durch Foulspiele am Torerfolg gehinderte Jonas Dähler blieb erstmals heuer ohne Treffer, der Aufbau war letztlich bloss ordentlich, Keeper Marc Winkler nach grossartigem Beginn in Umgang zwei lediglich solide. Wozu an der Leistungsgrenze spielende Thuner fähig sind, weiss man noch nicht. Aber gleich alle Fragen müssen ja auch noch nicht geklärt sein. Adrian Horn>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch