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Ein Quantensprung

Bern wird als Filmstandort wieder attraktiv: Der

Der Berner Regierungsrat setzt sich positiv in Szene: Ab 2010 erhöht er den Filmförderkredit von 1,65 Millionen Franken pro Jahr um 500000 Franken. Ab 2012 stehen so 3,15 Millionen Franken bereit, und Bern wird neben Zürich und Genf zum dritten wichtigen Filmstandort der Schweiz. «Es ist wichtig, in Zeiten der Krise ein positives Zeichen zu setzen», sagt Erziehungsdirektor Bernhard Pulver. Die Erhöhung belaste das Kantonsbudget nicht, gehe auch nicht auf Kosten der anderen Kultursparten. «Die Gelder stammen aus Reserven des Lotteriefonds.» «Das ist ein Quantensprung!», freut sich Regisseur und Produzent Dieter Fahrer («Que sera?»), der dem Regierungsrat beratend zur Seite stand. «So wird nicht nur die Abwanderung von Berner Filmschaffenden gestoppt, im Idealfall setzt sogar eine Rückwanderung ein.» Eine, die «rückwandern» könnte, ist «Herbstzeitlosen»-Regisseurin Bettina Oberli: «Wenn in Bern grössere Beträge gesprochen würden, wäre das auch für mich ein Anreiz», sagte Oberli vor Jahresfrist in dieser Zeitung. Erwartet Pulver nun einen Ansturm von Exilbernern? «Nein, nicht von heute auf morgen», meint der Erziehungsdirektor. Trotzdem reibt man sich die Augen: Noch 2008 war der Film im Entwurf der kantonalen Kulturstrategie vergessen worden. Darauf schloss sich die Filmszene in der Aktionsgruppe «Bern für den Film» zusammen, gab mit gezielten Aktionen Gegensteuer. Daneben, sagt Pulver, habe auch die Oscarnomination von Reto Caffis Kurzfilm «Auf der Strecke» und die zunehmende Abwanderung von Filmschaffenden und Produktionsfirmen dazu beigetragen, dass der Film nun das erste Projekt sei, das im Rahmen der Kulturstrategie umgesetzt wird. «Bern braucht wieder Spielfilme», fordert der Erziehungsdirektor. Das trage zur Stärkung der kulturellen Identität bei. Um wieder Klassiker wie «Dällebach Kari» oder «Mein Name ist Eugen» hervorzubringen, wurde der maximale Förderbeitrag für Spielfilme auf 750000 Franken, für Dokufilme auf 300000 Franken (zuvor je 200000 Franken) angehoben. Und weil es mit Produktionsförderung allein nicht getan ist, setzt der Kanton auch auf eine effizientere Promotionsförderung (Vermarktung) und eine bessere Filmvermittlung (mit dem Bildungsmodul «Filmkompakt», ab Herbst 2010 an allen Berner Schulen der Mittel- und Oberstufe). Die neue Filmförderung ist vorerst auf eine vierjährige Pilotphase beschränkt.Hans Jürg Zinsli >

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