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«Ein Quilt ist mehr als eine ‹Pfannentatze›»

LeserbegegnungSie ist Mutter, hat einen eigenen Stoffladen und ist Präsidentin der Berner Quilters. Trix Bühlmann-Epple erzählt von sich und der Welt des Quilts.

Wer beim Wort «Quilt» nur an Topflappen und Kinderdecken denkt, wird von Trix Bühlmann-Epple eines Besseren belehrt. «Quilten bedeutet weit mehr, als klassische Steppdecken zu produzieren», sagt die Präsidentin der Berner Quilters. In 26 Jahren Quilten hat sie schon vieles ausprobiert, so finden sich in ihrer Sammlung Quilts mit beweglichen Elementen, wellenförmige Stoffschlangen und ein überdimensionierter, aus leeren Zuckerbeuteln zusammengenähter Zuckersack. Am Quilten fasziniert sie besonders das Experimentieren mit verschiedenen Stoffen und Farben, ihr Spezialgebiet sind bewegte Objekte. Quilten hier und dort Das Quilthandwerk kommt zwar nicht – wie oft behauptet– von Amerika, Trix Bühlmann-Epple hat es dort aber für sich entdeckt. 1985 reiste sie mit ihrem Mann und ihren drei kleinen Kindern für zwei Jahre in die USA. Das Patchwork ist dort noch heute sehr beliebt, auch unter Männern und Jugendlichen. So kam die Kindergärtnerin und damals begeisterte Weberin schnell in Kontakt mit dem Handwerk. Zurück in der Schweiz, eröffnete sie im hauseigenen Hobbykeller im Elfenauquartier ihren Stoffladen Patch Art und gründete die Berner Quilters. «Das Interesse war riesig, wir wuchsen rapide», erzählt die 61-Jährige. Sie findet es schade, dass die hiesigen Quilterinnen oft auf die «Pfannentatze» reduziert werden. In Amerika nämlich sind Quilts längst als Kunst akzeptiert und werden in Galerien ausgestellt. Reisen als Leidenschaft Trix Bühlmann-Epple reist etwa fünfmal im Jahr in die Staaten, konzipiert dort Ausstellungen für Quiltfestivals – Grossanlässe mit bis zu 40000 Besuchern – und kauft neue Stoffe für ihren Laden ein. Das Hin und Her macht ihr nichts aus, denn das Reisen ist ihre zweite grosse Leidenschaft. Als Kind war sie mit ihren Eltern in verschiedenen Ländern unterwegs und kam erst als Jugendliche mit ihnen in die Schweiz zurück. «Ich werde unruhig, wenn ich zu lange zu Hause bin», sagt sie schmunzelnd. Mehr Junge erwünscht Ihre Familie habe ihr zeitintensives Hobby – neben dem Quilten spielt sie auch noch Curling, kocht gerne und sammelt Rezepte – zum Glück immer mitgetragen. Die heute erwachsenen Kinder haben ihre Leidenschaft fürs Quilten aber nicht übernommen. «Sie sind wohl ein bisschen stoffgeschädigt», sagt die Pragmatikerin lachend und wirkt darüber keineswegs betrübt. Trotzdem hofft sie, dass bald wieder mehr Junge zu den Quilters kommen. Falls sie das tun, werden sie mit ihrer Präsidentin bestimmt nicht nur «Pfannentatze» quilten. Martina Kammermann>

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