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Ein Sommer im Zeichen der Kunst

AttiswilKunst in Feldern, in Vorgärten, am Strassenrand: Das Museum feiert seinen 50. Geburtstag mit einem vier Kilometer langen Kunstweg und über 60 Kunstschaffenden.

Kein Weg führt derzeit an der Kunst vorbei im kleinen Attiswil. Schon am Bahnhof begrüssen «Kopfbücher» von Heiko Schütz den Besucher – grosse Eisenskulpturen, ein Symbol des Kopfes als Speichermedium, wie es auch das Buch ist. Aber auch der Autofahrer merkt schnell, dass in Attiswil die Kunst das Zepter übernommen hat. Vor dem Museum diskutieren zwei Figuren von Barbara Saner über «Dr schnäuscht Wäg nach Worb»; am Ufer des Dorfbachs wagt ein Stuhl von Friedrich Aldrup den «Sprung» in ein besseres Leben, in der Stockmatt haben António Falé und Gianni Nico Cannella eine Stadt aus Abbruchbalken geschaffen, im Dürrwinkel ragt Kurt Baumanns «motion xy» in den Himmel. Über 60 Künstler – von der einheimischen Floristin bis zum namhaften Bildhauer Schang Hutter – haben sich am Projekt Kulturundum des Ortsvereins beteiligt und so einen vier Kilometer langen Kunstweg durchs und ums Dorf geschaffen. «Es ist die bisher grösste Ausstellung in Attiswil und auch das grösste Projekt des Ortsvereins», sagte Nicole Rebholz Ingold, OK-Präsidentin von Kulturundum und Co-Präsidentin des Vereins, gestern an einer Medienorientierung. Das hat seinen Grund: Mit dem Kunstweg feiert der Ortsverein das 50-jährige Bestehen seines Museums (siehe Kasten). Der Kirchturm als Zugpferd Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag von Alt-Bundesrat Samuel Schmid, Ehrenburger von Attiswil. Den ganzen Sommer über werden die Skulpturen und Objekte zu sehen sein. Manche unübersehbar am Wegrand wie Freddy Madörins «Time-Machine», andere verborgen wie Anne F. Staehlins kleine Häuschen, die das Gras langsam verwachsen wird. Auch im Museum selber sind Künstler vertreten. «Ich bin überzeugt, dass es gute Kontakte und Gespräche zwischen den Besuchern geben wird», sagte Josef Schacher, OK-Mitglied und als Künstler seit langem mit dem Attiswiler Museum verbunden. Denn das Projekt Kulturundum, so sind sich die Organisatoren einig, soll jedem etwas bieten. Entsprechend breit ist auch die Abstützung im Dorf für das Grossprojekt. Bauern haben ihr Land zur Verfügung gestellt, Hausbesitzer ihre Dächer und Vorgärten. Selbst die örtlichen Beizer haben Kulturundum in ihre Angebotspalette aufgenommen – so gibt es etwa im Rebstock in Anspielung auf den rosa Kirchturm von Reto Bärtschi einen Glaceturm mit rosa Sahnehäubchen zu geniessen. Dass das Interesse im Vorfeld des Projekts fast ausschliesslich auf jenes gewagte Werk des Wangenrieders gerichtet war, nehmen die Organisatoren gelassen. «Das mediale Interesse führt Besucher nach Attiswil, die sonst nicht gekommen wären», sagt Nicole Rebholz Ingold. Die OK-Präsidentin ist denn auch guter Dinge, dass der Kunstweg mehr als 10000 Besucher ins Dorf locken wird. Lohnen dürfte sich der Besuch allemal. Kathrin HolzerKulturundum: 22.Mai–30.Oktober 2011, Attiswil. Der Kunstweg ist frei zugänglich, das Museum jeweils am Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Vernissage: Sonntag, 22.Mai, 10 Uhr, beim Museum. Mehr unter www.kulturundum.ch. >

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