Lenz appelliert an die Menschlichkeit

Langenthal

«Tradition alleine nützt uns gar nichts», erklärte Schriftsteller Pedro Lenz als Gastredner an der Bundesfeier in Langenthal.

Köpfe, Herzen und Geschichtsbücher durchlüften möchte Schriftsteller Pedro Lenz, der vor vollen Bänken auf dem Markthallenplatz seine Rede hielt.

Köpfe, Herzen und Geschichtsbücher durchlüften möchte Schriftsteller Pedro Lenz, der vor vollen Bänken auf dem Markthallenplatz seine Rede hielt.

(Bild: Walter Pfäffli)

Chantal Desbiolles

Die Sonne brennt erbarmungslos auf den Markthallenplatz, wo Jodler in ihren Chutten schwitzen und Familien sich mit Bratwürsten eindecken. Zum dritten Mal bereits versammelt sich Langenthal an diesem Ort, um den Nationalfeiertag gemeinsam zu begehen. An die Zusammengehörigkeit knüpft Festredner Pedro Lenz an. Es sei gut, dass es Traditionen wie diese gebe, erklärt der hier gebürtige und in Olten wohnhafte Schriftsteller in seiner ganz eigenen Art.

Die Schweiz habe sich seit ihren Anfängen verändert, zurückzuschauen nütze nichts und niemandem. Heute gelte es, «die Köpfe, das Herz, die Geschichtsbücher zu durchlüften», so Lenz. Ein Land sei eine Idee, «die sich verändert, so wie sich die Menschen verändern». Er plädiert für Achtsamkeit, für Menschlichkeit und dafür, hinzuschauen. Die Stärke der Schweiz sieht er vorab darin, «dass wir raus in die Welt schauen». Pedro Lenz spricht die humanitäre Tradition der Nation an und ihre Fähigkeit, Sprachen, Kantone, Menschen zusammenzubringen. Und Schweizer seien all jene Leute, die zu diesem Land schauten. «Tradition alleine nützt uns gar nichts», schliesst Lenz. Sie sei lediglich eine tote Hülle, die es zu füllen gelte.

Den Anlass umrahmen einige Raketenknaller, die Stadtmusik, das Alphorntrio Buchsibärge, die gemeinsam gesungene Nationalhymne, die Longvalley Jazzband und das Jodler-Doppelquartett sowie das offizielle Feuerwerk, ehe sich die Menge mit Fackeln und Lampions auf den Weg durch die Stadt macht.

Nicht nur auf dem Markthallenplatz, sondern auch im Alterszentrum Haslibrunnen tritt ein offizieller Redner ans Mikrofon, wie in praktisch allen Oberaargauer Gemeinden. Traditionsgemäss hält der Stadtratspräsident oder die -präsidentin hier eine Rede. Daniel Steiner-Brütsch (EVP) bedankte sich bei den Bewohnerinnen und Bewohnern für ihre weitsichtigen Entscheide, ihren selbstlosen Einsatz für Gesellschaft und Familie, die wesentlich dazu beigetragen hätten, dass wir heute in einem privilegierten und wohlhabenden Land lebten.

Berner Zeitung

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