Pedro Lenz widerspricht Ueli Maurer

Langenthal

Schriftsteller Pedro Lenz hält den «David-und-Goliath«-Vergleich von Bundespräsident Ueli Maurer für unnütz und unpassend. Das machte Lenz in seiner 1.-August-Ansprache in Langenthal deutlich.

Die Schweiz könne die Dinge nicht mit einer Steinschleuder regeln, betonte Lenz bei seiner 1.-August-Ansprache. (Archivbild)

Die Schweiz könne die Dinge nicht mit einer Steinschleuder regeln, betonte Lenz bei seiner 1.-August-Ansprache. (Archivbild)

(Bild: Walter Pfäffli)

Bundespräsident Maurer hatte in seiner 1.-August-Rede Bezug auf Druckversuche grosser Länder und internationaler Organisationen genommen. Wie David dürfe sich die Schweiz aber nicht von diesem Goliath beeindrucken lassen.

«Es nützt uns nichts zu behaupten, wir seien der kleine David aus der Bibel und das Ausland sei der grosse, böse Goliath», entgegnete Lenz gemäss Redetext. Denn in der Bibel habe David das Problem aus der Welt schaffen können, indem er Goliath einfach umgebracht habe.

Doch die Schweiz könne die Dinge nicht mit einer Steinschleuder regeln, betonte Lenz. «Wir müssen unsere Zukunft und unsere Gegenwart jeden Tag neu aushandeln, nicht mit einem bösen Goliath, sondern mit uns und der Welt.»

Pedro Lenz warnte davor, «in den Mythen stecken zu bleiben» und sich «in der Vergangenheit zu suhlen wie die Säue im Trog». Die Schweiz brauche keine Steinschleuder, sondern «Kommunikation, Austausch und Menschlichkeit, Gemeinschaft und Empathie, einen Sinn fürs Zusammenleben».

Es sei gerade die grosse Kraft der Schweiz, schwach und klein zu sein, befand Lenz. Denn aus diesem Grund müsse das Land immer wendig, beweglich, weltoffen und solidarisch bleiben.

Tradition allein sei «nur eine tote Hülle». Es sei an den Menschen, sie mit Leben zu füllen und dafür zu sorgen, dass sich die Schweiz weiter verändere, «auf dass sie weiter lebt».

tag/sda

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