Antenne: Die Gegner geben auf

Kirchberg

Der Mobilfunkanbieter Sunrise kann an der Zürichstrasse eine Handyantenne bauen. Der Entscheid des Regierungsstatthalteramtes ist nicht an die nächste Instanz weitergezogen worden.

Rechtlich steht dem Bau der Antenne nichts mehr im Weg.

Rechtlich steht dem Bau der Antenne nichts mehr im Weg.

(Bild: Thomas Peter)

Auf dem Apothekengebäude an der Zürichstrasse 1 in Kirchberg will der Mobilfunkanbieter Sunrise eine Antenne aufstellen. Mitte Juni bewilligte das Regierungsstatthalteramt Emmental den Bau und wies sämtliche Einsprachen ab.

Bei der nächsten Instanz, dem Rechtsamt der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE), sind innerhalb der Frist keine Beschwerden gegen den Entscheid eingegangen. Somit kann Sunrise die Handyantenne definitiv aufstellen.

«Geringe Erfolgsaussichten»

Einer, der seit Jahren gegen die geplante Mobilfunkantenne von Sunrise kämpfte, ist Bruno Boos. Auch gegen das bereits vierte Gesuch des Telefoniekonzerns wehrte sich Boos zusammen mit weiteren Einsprechern.

Nun gibt er sich geschlagen: Er werde gegen die Bewilligung nicht Beschwerde führen. Die Erfolgsaussichten seien zu klein, sagt er. Zudem müsse mit erheblichen Kosten gerechnet werden. Aufwand und Ertrag würden dabei nicht mehr übereinstimmen. Er habe sich auch mit der Gemeinde abgesprochen, die ebenfalls Einsprache gegen das Baugesuch von Sunrise erhoben hatte.

Auch die Gemeinde verzichtet auf einen Weiterzug an die BVE. Gemeindepräsidentin Marianne Nyffenegger (SVP) erklärt: Sämtliche Mitberichte der zuständigen Fachstellen seien zugunsten der Antenne ausgefallen. «Die Chancen auf eine erfolgreiche Einsprache sind daher sehr gering», so Nyffenegger.

«Heutiger Zeitgeist»

Für Boos ist dieser Ausgang «natürlich enttäuschend», wie er sagt. In diesem Entscheid widerspiegle sich der heutige Zeitgeist. Der Handykonsum sei heute völlig selbstverständlich und der Widerstand gegen solche Antennen deshalb immer kleiner, sagt er.

Sunrise kann also nach jahrelangem Kampf sein Vorhaben umsetzen und in Kirchberg eine Mobilfunkanlage installieren. Seit 2004 probierte es der Telefoniekonzern immer und immer wieder.

Wann genau Sunrise die Antenne aufstellen wird, ist noch offen. Bei der Medienstelle heisst es, Sunrise werde erst kommunizieren, wenn der rechtsgültige Entscheid schriftlich vorliege.

Berner Zeitung

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