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Ausstellung von Urs P. Twellmann belebt das Kornhaus wieder

Es wird das erste grosse kulturelle Ereignis seit der Schliessung als Schweizerisches Zentrum für Volkskultur vor fünf Jahren: Ab Anfang Mai zeigt das Kornhaus Burgdorf sieben Wochen lang Werke von Urs P. Twellmann.

Am 1.Mai erwacht das Kornhaus Burgdorf aus seinem Dornröschenschlaf. Zumindest für sieben Wochen: Bis am 20.Mai werden im markanten Gebäude mitten in der Unterstadt Werke des Künstlers Urs P. Twellmann zu sehen sein.

Der gebürtige Langnauer, der vielen in seiner Heimat dank der Holzskulpturen im Kemmeriboden ein Begriff ist, lädt zu einer weiteren grossen Ausstellung im Kanton Bern – ziemlich genau fünf Jahre nach jener im ebenso weitläufigen und ebenso leeren Schloss Kiesen, wo bereits im Vorhof ein riesiger, aus 670 Stücken Hagebuche bestehender Oktopus die Besucherschar beeindruckte.

Eine Gesamtschau

Sein Wiederaufleben verdankt das Kornhaus der Vereinigung Pro Burgdorf. Diese hat sich neuerdings der Vermarktung der Innenstadt verschrieben, «und dabei», umreisst Geschäftsführer Christoph Balmer seine Philosophie, «wollen wir bewusst mit jenen Steinen bauen, die wir bereits haben».

Was das heisst, illustriert Balmer mit einem Blick zurück auf das Zustandekommen der bevorstehenden Ausstellung. Als früherer Leiter der Dampfzentrale in Bern verfüge er über gute Kontakte in die Kulturszene, erzählt er. Aus dieser Zeit kenne er auch Urs P. Twellmann, und im gemeinsamen Gespräch sei man darauf gekommen, «dass es wieder einmal Zeit für eine Gesamtschau wäre».

Die zwei Museen

Gleichzeitig, so Balmer weiter, verfüge Burgdorf mit den Museen Franz Gertsch und Bernhard Luginbühl über zwei Institutionen, die bereits heute ein kulturell interessiertes Publikum anzögen. Dieses bestehende Angebot an Malerei und Plastik durch eine weitere Ausstellung zu ergänzen, biete sich geradezu an – zumal die Stadt mit dem leer stehenden Kornhaus ja über ein Gebäude verfüge, das seinerzeit als Museum konzipiert worden sei und noch heute ohne grossen Aufwand für diesen Zweck wiederhergerichtet werden könne.

Balmer zeigt sich überzeugt davon, dass «Kunst ein gutes Mittel ist, um Leute anzuziehen». Damit macht er klar, dass es ihm bei allem kulturellen Engagement auch darum geht, Leute nach Burgdorf zu bringen und auf diese Art insbesondere auch die Altstadt zu beleben. Kein Wunder, als Geschäftsführer von Pro Burgdorf ist dies auch seine Aufgabe.

Ein Kombiticket

Solche Worte sind Musik in den Ohren der Behörden. Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch jedenfalls spricht von einer «hervorragenden Idee», schwärmt weiter, die Initiative, die Balmer mit seinen Leuten an den Tag lege, sei «ganz toll». Die Stadt habe seit je alles Interesse daran, das Kornhaus nicht einfach leer stehen zu lassen. Die Ausstellung komme diesen Absichten entgegen, «daher überlassen wir als Eigentümer den Organisatoren die Liegenschaft gerne».

Auch Zäch weist auf die Synergien mit den zwei bestehenden Museen hin und darauf, dass das Publikum während der ganzen sieben Twellmann-Wochen von einem vergünstigten Kombiangebot profitieren soll. Für 15 Franken wird an den Samstagen und Sonntagen ein Ticket zu kaufen sein, das zum Eintritt in alle drei Kulturstätten berechtigt – zum Vergleich: Ein Einzeleintritt kostet bei Twellmann 5 Franken, bei Luginbühl 8 Franken und bei Gertsch 12 Franken.

Allerhand Possen

Twellmann wird im Kornhaus das Parterre sowie den ersten und zweiten Stock in Beschlag nehmen. Rund tausend Quadratmeter werden ihm für seine Skulpturen und Zeichnungen zur Verfügung stehen, dazu gesellt sich – für die sperrigen Sachen – auch noch der Aussenraum.

Im Innern belegt der Künstler in etwa jenen Raum, in dem noch vor fünf Jahren Trachten, Fonografen und Volksmusikinstrumente zu sehen waren. Im Herbst 2005 musste das 1991 eröffnete Schweizerische Zentrum für Volkskultur dichtmachen. Es fehlte an Besucherinnen und Besuchern und damit an Eintritten und letztlich an Geld – zudem machte das Zentrum in den vierzehn Jahren seines Bestehens durch allerhand Possen und Skandälchen von sich reden, die weitherum zu schmunzeln gaben.

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