Bevölkerung will ein Gemeindehaus

Wyssachen

Die Bevölkerung von Wyssachen will nichts wissen von einer Verlegung der Gemeindeverwaltung: Eine Informationsversammlung sprach sich konsultativ gegen einen Verkauf des Gemeindehauses aus.

Das Gemeindehaus von Wyssachen soll nicht verkauft werden: Dafür sprach sich am Informationsabend zur Schulhaussanierung in einer Konsultativabstimmung eine Mehrheit aus.

Das Gemeindehaus von Wyssachen soll nicht verkauft werden: Dafür sprach sich am Informationsabend zur Schulhaussanierung in einer Konsultativabstimmung eine Mehrheit aus.

(Bild: Thomas Peter)

Jürg Rettenmund

Ein Wyssacher brachte die Stimmung am Informationsabend zur Innensanierung des Schulhauses auf den Punkt: Immer wenn er in eine Gemeindeverwaltung müsse, die in einem Schulhaus untergebracht sei, werde er den Eindruck nicht los, dass es sich dabei um eine Notlösung handle.

Der Gemeinderat jedoch wollte genau dies: Weil im Schulhaus nach dem Auszug der Oberstufe Zimmer leer sind, sollten im zweiten Obergeschoss neue Verwaltungsräume eingerichtet werden. Dafür müsste dort ein Lift eingebaut werden. Für die reine Schulhaussanierung rechnen Gemeinderat und Umbaukommission mit Kosten von 1,3 Millionen Franken. Für den Lift und die Gemeindeverwaltung kämen knapp 386'000 Franken dazu.

Das Geld zuerst sehen

Demgegenüber müsste im Gemeindehaus mit Sanierungskosten von mindestens 675'000 Franken gerechnet werden, zudem hofft der Gemeinderat, aus einem Verkauf des Gemeindehauses 580'000 Franken zu lösen. Hier hakten die Kritiker ebenfalls ein: «Bevor ich der Variante Gemeindeverwaltung im Schulhaus zustimme, möchte ich diesen Betrag sehen», erklärte einer.

In einer Konsultativabstimmung sprachen sich denn auch bloss elf Anwesende für die Variante des Gemeinderates aus, während zwanzig die Verwaltung im Gemeindehaus behalten wollten. Nur eine einzige Stimme sprach sich für ein Angebot der Bernerlandbank aus, die ihre aufgegebenen Räume der Gemeindeverwaltung angeboten hatte.

Einerseits wurde der erwartete Mietzins als «recht stolz» bezeichnet, andererseits will man nicht von der Bank, die das Dorf verlässt, noch Räume mieten. Unbestritten war hingegen die Integration des Kindergartens ins Schulhaus.

Kindergarten verkaufen

Auch für diesen besitzt die Gemeinde ein eigenes Gebäude, in dem jedoch nur eine Klasse unterrichtet werden kann. Eine zweite Klasse wurde deshalb bereits im Schulhaus untergebracht. Dort hat es problemlos Platz für den ganzen Kindergarten. Für den Verkauf des Kindergartens sprachen sich mit zweiundfünfzig Stimmen denn auch praktisch alle Anwesenden aus. Der Gemeinderat hofft, daraus 390'000 Franken zu lösen.

«Wir haben mit diesem Konsultativentscheid wertvolle Hinweise erhalten, in welche Richtung wir das Geschäft weiterentwickeln sollen», sagte Gemeindepräsident Hans Peter Baltensperger . «Das war das Ziel des Informationsabends.» Der Abend und eine vorgängige Besichtigung des Schulhauses zeigten auch: Dass dieses saniert werden muss, ist allen klar. Noch nicht geklärt ist allerdings die Finanzierung.

Etappieren

Der Gemeinderat hatte gehofft, mit dem Verkauf von Kindergarten und Gemeindehaus einen ansehnlichen Teil der Sanierung finanzieren zu können, wie Gemeinderat Daniel Obrist (Ressort Bildung) informierte.

Davon fehlt nun ein Teil. Mit einer geschickten Etappierung liessen sich die verbleibenden Kosten jedoch besser verteilen, argumentierten die Kritiker. Dabei müssten künftige Entwicklungen nicht verbaut werden. Sogar ein Liftschacht könne bereits realisiert werden. Die hohen Kosten verursache erst der Lift und nicht der Schacht, wurde moniert.

Hans Peter Baltensperger zeigte sich zuversichtlich, das Geschäft bis zur nächsten ordentlichen Gemeindeversammlung im Juni abstimmungsreif machen zu können. Das sei möglich, auch wenn die Informationsversammlung nun die Richtung zum Teil neu vorgegeben habe.

Berner Zeitung

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